NMS-Quest 4 für PC, Euklid, Normal

  • [Nachricht der Hotel-Direktion an Lady Vivienne vom Vortag]
    'Wir müssen reden!

    Die Verkehrspolizei war hier und hat sich bitterlich beklagt über dich. Die Nichtbeachtung des Linksverkehrs fanden sie ja noch erklärlich, aber das ständige Überfahren von Tieren nicht. Sie waren wirklich vollkommen aus dem Häuschen und wollten deinen Diploschreck konfiszieren. Wir konnten sie noch einmal davon abbringen, mussten ihnen aber eure Einsicht garantieren: das Überfahren eines Tieres darf nie mehr vorkommen! Wir hoffen sehr, dass sich unser Einstehen für euch als richtig erweisen wird. Wegen der Verkehrsstrafen würden wir vorschlagen ihr hinterlasst 230.000.000.000 Units und 4.000 Naniten auf dem Tisch in eurem Zimmer. Wir kümmern uns dann um die Weiterleitung an die Polizei.'
    [Ende der Nachricht]



    "James! Hast du diesen Fetzen Papier gesehen, den man uns unter der Tür durchgeschoben hat?"
    "Ja, Mylady. Angeblich soll sich jemand von der Verkehrspolizei hier 'bitterlich' -wie es heißt- über unseren Fahrstil beschwert haben."
    "Was in diesem Fall ja wohl MEIN Fahrstil wäre, schließlich bin ich es ja, die fährt." Lady Viviennes feines Lächeln machte jedem klar, dass sie auf ihren Fahrstil eher stolz war und nicht im Entferntesten daran dachte, ihn zu ändern. "Und was soll das heißen, wir hätten den Linksverkehr nicht beachtet? Das ist ja wohl eine Unverschämtheit, schließlich haben die ja kaum Straßen hier."
    "Ich hab auch noch nie einen Verkehrspolizisten hier gesehen, Eure Ladyschaft. Oder andere Fahrzeuge. Es gibt hier in der Gegend ohnehin kaum eine Menschenseele."
    "Für das Überfahren von Tieren, die Verstöße gegen den Linksverkahr und illegalen Einsatz von Schusswaffen sollen wir '230.000.000.000 Units und 4.000 Naniten auf dem Tisch in unserem Zimmer' hinterlassen. Andernfalls würde man unseren 'Diploschreck' beschlagnehmen. - Die sind wohl plemplem. Die kleine alte Klapperkiste ist doch nichts mehr Wert. Sollen sie die ruhig beschlagnahmen. Seit dem gestrigen Sprung vom Felsen ist sowieso das hintere Federbein defekt und das Luftpolster hat auch ständig Aussetzer."
    "Ich werde mich selbstverständlich sofort um die Reparatur kümmern, Lady Vivienne. Immerhin hat man uns auch ein Programm mit Ausflugsvorschlägen beigelegt."
    "Ja, das ist wirklich ein Lichtblick, James. Ohne die 'Viviennes' und Jaqueline könnte man dieses Etablissement gleich ganz vergessen. Da fällt mir ein: Schusswaffengebrauch. Meinst du, die meinen damit das komische Ufo, diese leuchtende Kugel, die wir verscheucht haben? Nicht, dass wir da eine Polizeidrohne abgeschossen haben."
    "Das wäre in der Tat eine Erklärung für das übertrieben hohe Bußgeld, Mylady."
    "Hm, da wurde doch erwähnt, dass diese Security-Freaks hier auch Tiere zu Überwachungszwecken einsetzen. Öh, da werden wir sicher schon die eine oder andere Kameradrohne überfahren haben."
    "Mit Sicherheit, Eure Ladyschaft."
    "Offensichtlich haben die bei Gerif-TV von Privatsphäre oder 'Recht am eigenen Bild' noch nie was gehört. Elende Überwachungsfetischisten!"

  • Tag 6:


    War heute bei der nächsten Handelsstation, um Vorräte zu besorgen.


    Am Rückweg kam ich am Portal vorbei und sah die Verkehrspolizei ganz emsig am Werkeln.

    Die haben doch tatsächlich das Portal zugemauert.


    Dann hoffe ich einmal, unsere Gäste haben die Verkehrstrafen ernst genug genommen.


    Jaqueline

  • [Tagebuch Lady Vivienne... Tag 7]
    Anders als erwartet hatten wir die Aufgabe, alle 12 Tiere zu finden und zu katalogisieren, ja schon eher nebenbei erledigt. Zugegeben lief uns das meiste Viehzeug schlicht und einfach in unseren 'Diploschreck', um ihrer traurigen Existenz ein Ende zu setzen. Bis auf die Diplos, seit gestern also die 'Viviennes', die den Begriff 'Diploschreck' Lügen straften. Kein einziges dieser cleveren Tiere hat sich vor unser Auto geworfen. Tja, kluge Kerlchen - eben ganz die Patin.


    Das Hotelresort hatte uns für die nächsten Tage eine Ausflugsliste mitgegeben. Die schienen wirklich um jeden Tag froh zu sein, an dem sie vor ihren verbliebenen Gästen ihre Ruhe haben. Auch wenn wir momentan Vorsaison haben, ein menschenleeres Hotel ist ja auch alles andere als ein Aushängeschild - Exklusivität hin oder her.


    Also die erste Baby-Aufgabe überspringe ich einfach mal. Pflanzen und Mineralien in einer besseren Pfütze zu untersuchen, das geht einem ja schon gegen die Ehre. Auf dem Hinweg gab es immerhin ein paar nette Tiere und Höhlen. Vor Ort war dann einmal mehr das miese Wetter und die Dunkelheit die eigentliche Herausforderung.


    Auf dem Weg zum nächsten Erlebnis-Ausflugsziel passierten wir immerhin den größten Damm des Planeten, in dessen Lagune uns James ein fischiges Mittagessen fing.


    Hat schon mal irgendwer in einer Absprungkapsel die Streifen an der Decke gezählt? Zumindest an Originalität haben die von Gerif-TV nicht gespart. Dann noch etwas höhere Mathematik und ein paar linguistische Grundkenntnisse und schon waren wir bereit für die eigentliche Aufgabe: Eine Schnitzeljagd quer über die Insel. Eine -wie immer überflüssig komplexe- Wegbeschreibung führte uns zu einer elend tiefen wassergefüllten Frielifisit-Grube, in die wir springen sollten, um irgendwelche zweifelhaften Mineralien zu suchen.

    Die haben doch einen rennen. Wer kommt denn auf so eine schwachsinnige Idee? Vermutlich war Gerif von Gerif-TV persönlich bei einem Mondscheinspaziergang in das Loch gefallen und machte jetzt eine Mutprobe für uns daraus. Nö! Wenn einer sagt, spring von der Brücke, - ich doch nicht. Die spinnen, die Römer. Sollen sie ihre ollen Steine doch alleine suchen!


    Das nächste Ziel war nur einen Katzensprung entfernt. Ein verlassenes Terminal, dem wir seine letzten Geheimnisse entlocken sollten. Angesichts der sich bewegenden, schwabbelig-grünen, organischen Masse, die das Terminal und seine Einrichtungen überwuchert hatte, fiel es uns schwer, den Ekel zu unterdrücken. Immerhin wurden wir durch gigantische, konzentrierte Emerilkristalle für unsere Mühe entschädigt.


    Der Tag klang aus mit einem angenehmen Bad im Mondschein, bei dem uns bei der Erforschung einer Unterwassertafel auch gleich unser Abendessen in die Arme schwamm.


    [Ende des Tagebucheintrags]

  • Tag 7:


    Schau an, sie haben zwei große Koffer am Tisch zurückgelassen.


    Das wird wohl das Geld und die Naniten für die Verkehrsstrafen sein.

    Genug Knete scheint ja vorhanden zu sein.


    Die zwei sind schon ein lustiges Paar, Mylady und ihr "Butler" James.

    Immer wenn ich sie sehe, muss ich an "James, the same procedure as every year" denken. :vain:


    Dirk

  • [Tagebuch Lady Vivienne... Tag 8]
    Unser Badeurlaub ist wegen der Strandnähe und der angenehmen Wassertemperaturen -wie man bemerken wird- etwas länger ausgefallen. Selbst mit den exotischeren Tieren haben wir uns mittlerweile angefreundet, sie erwarten uns meist schon in der Umgebung der Bade-Lagune.


    Trotzdem haben wir uns entschlossen unsere Ausflugsliste weiter 'abzuarbeiten'. Und so machten wir uns auf zu der beworbenen Absturzstelle. Leider war das spektakuläre Raumschiffswrack schon geräumt, weswegen das Ganze eher wenig spektakulär aussah. Ganz umsonst war unser Besuch allerdings nicht. James hatte mich daran erinnert, dass heute (25. Mai Erdkalender) galaxisweit der Welt-Handtuch-Tag (Towel-Day) begangen wird, was in der Reiseführerbranche eine große Sache ist. In Ermangelung von etwas Besseren, hissten wir zu Ehren des ersten großen Per-Anhalter-Reiseführers an der Absturzstelle eins der hoteleigenen rot-weißen Handtücher mit dem charakteristischen Doppelwinkel von Gerif-TV.


    Das folgende 'Sumpfland' entpuppte sich als eine eher langweilige, gerade einmal mäßig feuchte Wiese, die immerhin von vielen Tieren bevölkert war. Sich in die Absprungkapsel zu stellen und dann einen Gang durch den gegenüberliegenden Berg zu fräsen, das war schon ungewöhnlicher, und auch auch reizvoller. Über die Warnung vor einem erneuten Waffeneinsatz setzten wir uns notgedrungen einmal mehr hinweg.

    Die Strafe folgte auf dem Fuße: Beim Versuch, das Felsmassiv zu durchdringen, bohrten wir eine wassergefüllte Höhle an, in der wir orientierungslos in die Tiefe stürzten und rettungslos versanken. Ohne James selbstlosen Einsatz hätte unsere Reise hier ein jähes Ende gefunden. Diese geologische Instabilität kann dem Veranstalter eigentlich nicht entgangen sein. Verantwortungslose Bande!


    Erst im zweiten Anlauf gelang es uns, den Felsen -wie gewünscht- ohne weitere Zwischenfälle zu durchbohren. Auf der anderen Seite machten wir uns auf die Suche nach dem 'tellerförmigen blitzblauen' Mineral. Kurzgesagt: Da war nichts dergleichen zu finden, obwohl wir stundenlang die ganze Gegend absuchten. Schließlich -wegen der hereinbrechenden Dämmerung bereits auf dem Rückweg, stellten wir fest, dass das gesuchte Mineral bei Tageslicht magentafarben leuchtet, im Dunkeln hingegen tatsächlich blau. Wieder einmal ein ebenso erbärmlicher wie vergeblicher Versuch unserer Reiseveranstalter uns hinters Licht zu führen.


    Die beiden folgenden Ziele fielen von der Schwere der Aufgaben wieder in die Babyleicht-Klasse: ein Ödland, das durch seine schöne Lage über dem Meer seinen Namen eigentlich nicht verdiente und ein Grasland, in dem einige Warmwasser-Badebecken zu Verweilen einluden. Dem konnten wir dann auch nicht widerstehen und machten erst mal eine ausgedehnte Pause.


    [Ende des Tagebucheintrags]

  • [Tagebuch Lady Vivienne... Tag 9]
    Tja, wir müssen zugeben, unsere 'Arbeit' ein wenig vernachlässigt zu haben. Dabei -was heißt hier schon Arbeit- schließlich sind wir ja im Urlaub und haben lediglich aus Gefälligkeit eingewilligt, auf unseren Ausflügen ein wenig die Augen aufzuhalten. Das Baden im lauen Wasser dieses Planeten ist aber auch zu angenehm!


    Das dachten wahrscheinlich auch die Bewohner dieser verlassenen Station, die ihre Behausung gleich ins Wasser einer Lagune mit Meerzugang gebaut hatten. Allerdings haben sich im Gebäude mittlerweile einige zu groß geratene Algen und Riesenamöben eingenistet, die man wohl beseitigen müsste, bevor man das Gebäude wieder bewohnen kann. Sonst ein perfektes Feriendomizil und im Service (nämlich keiner, d.h. Selfservice) durchaus dem Rambaldi-Hotelresort vergleichbar. (Wir erinnern in diesem Zusammenhang an das vielzitierte Motto von Gerif-TV: 'Service is our success. Hm, die müssen eine ziemlich erfolglose Bande sein.)


    Bei den lokalen Aufgaben hat Gerif-TV mal wieder in die Trickkiste gegriffen, um die eher einfachen Aufgaben etwas aufzupeppen. Einmal mehr wurden die Himmelsrichtungen vertauscht, inzwischen ein alter Trick. Keine Spur von einem Polsprung. Entweder Dirk kennt weder die Himmelsrichtungen noch die Uhr (die Richtung war mit 9 Uhr markiert, das Ziel befand sich jedoch auf 3 Uhr) oder das Ganze war als bewusste Irreführung angelegt.


    Nur widerstrebend verließen wir die teilversunkene Station, um uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel zu machen. Dabei bemühten wir uns nach Kräften, den angeblichen Linksverkehr zu beachten und von den Barabara-Straßen nicht abzuweichen. Leider war die Fahrbahn vielfach überflutet, so dass wir unseren Weg unter Wasser fortsetzen mussten. Der verantwortliche Straßenplaner des Planeten muss jedenfalls entweder irrsinnig oder Chaot gewesen sein. Vermutlich beides.


    Die umfangreiche Station war im Gegensatz zu den bisherigen verlassenen Bauwerken endlich mal wieder bewirtschaftet, so dass wir uns mit dem Nötigsten versorgen konnten. Die Wüste, der sie ihren Namen ursprünglich wohl verdankt, war allerdings längst durch ein umfassendes Bewässerungssystem einem grünen Garten gewichen. Außer uns selbst war tatsächlich noch ein weiterer Reisender anwesend, mit dem wir ins Gespräch kamen. Vor seiner Abreise offerierte er uns noch seine Waffe, für die er aufgrund der restriktiven Waffengesetze auf diesem Planeten keine Verwendung mehr hatte, und zeigte uns den Weg zum Grab eines seiner weitläufigen Verwandten, der bei Sturm und schlechter Sicht von einer Barabara gestürzt und bei dem Unfall verstorben war.


    Zu unserem nicht geringen Erstaunen konnten wir beobachten, wie die wilden Tiere sich der Station und uns bis auf wenige Meter näherten. Einige von ihnen begannen sogar mit unserem abgestellten Diploschreck zu 'spielen' und ihn hoch in die Luft zu werfen. Das ging dann doch zu weit. Immerhin war die hiesige Resortleitung einsichtig und erlaubte uns, unser Fahrzeug auf dem eingezäunten Privatparkplatz der Hotelangestellten abzustellen.


    Die hiesigen Aufgaben waren deutlich umfangreicher und abwechslungsreicher als die bisherigen und umfassten vor allem intensive Studien der Flora. Ein spezielles Kraut schien es den Veranstaltern besonders angetan zu haben. Wir mussten uns durch ein finsteres Höhlensystem tasten und -unter einem riesigen Felsbaldachin hindurch- bis ans Meer wandern. Schließlich fanden wir die seltene Pflanze unter Wasser. Äußerlich wirkte sie unspektakulär, eher als habe man vertrocknete, dürre Äste einfach in den Boden gesteckt und sich selbst überlassen.


    James, der die angebliche 'Heilpflanze' in seiner Reisetasche untergebracht hatte, kam mit ihrer 'nebelbasierten Abwehr' in Berührung und war die nächsten 48 Stunden nicht zu gebrauchen. Ständiges unmotiviertes Gelächter wechselte sich mit minutenlangen Heulkrämpfen ab. Völlig die Contenance verloren, der Gute. Von der berauschenden Wirkung her, schien das Kraut eher zum Rauchen oder Inhalieren geeignet zu sein. Gerif-TV hat uns offenbar ein potentes Rauschgift besorgen lassen! Damit hätten sie uns beim planetaren Zoll sicher ziemlich in Probleme gebracht.


    [Ende des Tagebucheintrags]

  • [Tagebuch Lady Vivienne... 10. und letzter Tag]
    Für die restlichen immerhin sieben Stationen war von der Reiseleitung nur ein einziger Tag veranschlagt worden, was wir anfangs für recht ambitioniert hielten. Zunächst suchten wir -wie versprochen- das unscheinbare Grab des Verwandten unserer Reisebekanntschaft auf und gedachten kurz ihres tragischen Unfalls. Dem Text des Grabsteines zufolge lag der Auslöser für das Unglück offenkundig in einem schweren Kulturschock. Damals konnten wir noch nicht ahnen, dass wir dem gleichen Schicksal nur knapp entrinnen würden.

    Das nächste Ziel, ein Gek-Observatorium, lag wenige Diploschreck-Minuten entfernt. Ich weigerte mich selbstverständlich entschieden, mich in fremde Betten zu legen, um irgendwelche zweifelhaften Studien anzustellen, wie es die Reiseleitung offenbar von uns erwartete. Das machte das Finden und Bestimmen des gesuchten Minerals deutlich schwieriger, zumal Detritum als Basismaterial im Umfeld der Anlage in extrem vielen Spielarten vorkommt. Dass die Sorte, nach der wir Ausschau halten sollten, als einzige verseucht war, zeigt einmal mehr, welch seltsamen Humor die bei Gerif-TV haben. Immerhin erlaubte uns diese Tatsache, den unscheinbaren Felsblock schlussendlich zu finden. Der übrigen Babyaufgaben entledigten wir uns mit gewohnter Routine, obwohl einige den Zutritt zu einem besonders gesicherten und zugangsbeschränkten Bereich des Observatoriums erforderlich machten. Die eigentliche Attraktion der Station war sicher ihre vielfältige Tierwelt.

    Die nächsten beiden Haltepunkte, ein Monolith und eine Tafel waren offenbar schon vor langer Zeit in den Ausflugskatalog übernommen worden. Ihre gespeicherten Texte erzählen von vergangenen Grausamkeiten und verstörenden Verstümmelungen und müssen für kommende Reisende erst noch überarbeitet und erneuert werden. In der heutigen Form sind die Aufgaben irgendetwas zwischen unzumutbar und schlicht unlösbar. Gerif-TV hat uns eine umgehende Beseitigung der gemeldeten Mängel bereits zugesichert.

    Auf dem Weg zu der nächsten Station machten wir die zweifelhafte Bekanntschaft einer aggressiven Meerwasser-Korallenart (Bild s.o.), die nicht einmal davor zurückschreckte, sich unser Fahrzeug einverleiben zu wollen. Erst unter Einsatz (verbotener) Waffengewalt ließ das merkwürdige Gewächs von uns ab.
    Der Planet ist voller kleiner Sehenswürdigkeiten. Kurz bevor wir unser Ziel erreichten, machten wir an einer kleinen Höhle Rast. Ihr Inneres war mit badewannenwarmen Wasser gefüllt und in ihrem Hintergrund fand sich eine fensterartige Öffnung.

    Die folgende winzige Ein-Mann-Forschungsstation bestand gerade mal aus einem winzigen Container, bei dem wieder einmal 'Fensterln' angesagt war, wie James die voyeuristische Besichtigung fremder Behausungen mittlerweile nur noch nannte. Das gesuchte Mineral war zwar nicht sonderlich selten, aber immerhin besonders hübsch.

    Auf dem Weg zur folgenden Tafel mit einer buchstabenförmigen Felskonstellation waren wir angehalten, uns während der Fahrt unbedingt der Musikauswahl des Veranstalters auszusetzen. Die Humanität verbietet es uns, hier die schauerliche Musik mit ihrem seichten, rückwärtsgewandten Text wiederzugeben. Sie grenzte an schwere Körperverletzung und entstammt sicher einer völlig anderen Zeit und 'Kultur'. Gerne möchten wir glauben, dass Dirk in seiner Boshaftigkeit das Stück vielleicht ausgetauscht haben könnte. -

    Jedenfalls kam ich von Grauen geschüttelt bei schlechter Sicht von der Straße ab und stürzte in einen bodenlosen Abgrund. Das Gleiche muss der Reisenden passiert sein, deren Grab wir noch vor wenigen Stunden besucht hatten. Um ein Haar hätten wir ihr Schicksal geteilt. Immerhin landeten wir zu Füßen der Felsformation, die wir uns ansehen sollten und die wir ansonsten vielleicht nicht so leicht gefunden hätten.

    Für den abschließenden letzten Ausflug haben sich die Macher von Gerif-TV noch einmal richtig Mühe gegeben. Die Fahrt endete an einem geheimnisvollen Ort, an dem ein mythisches Wesen der Vorzeit seine bis heute sichtbaren Spuren hinterlassen haben soll. Die Felsschlange wirkte zugegeben tatsächlich wie von einem riesigen Maul angebissen und die silbrigen Tränen des urzeitlichen Ungeheuers scheinen sich wirklich durch den Fels der Barabara bis weit in den tief unter ihr liegenden Boden eingefressen zu haben. Zweifellos ein sehenswerter Ort. Passend zum Abschied trafen wir noch einmal auf meine geliebten Viviennes und eine seltene kosmisches Phänomen wies uns den Rückweg.

    Eine kurze Strecke entfernt wartete schon das Portal und damit die Rückkehr in die zivilisierte Welt (mit ihrem Service) auf uns. Von der Polizei, die ja angeblich unsere fortgesetzten Ordnungswidrigkeiten verfolgen sollte, fehlte selbstverständlich jede Spur. Wir bedauerten es fast, diesen selten schönen Planeten verlassen zu müssen.
    [Ende des Tagebucheintrags - Ende des Reisetagebuchs]

    Einmal editiert, zuletzt von Alien ()

  • Letzter Eintrag:


    Jaqueline und ich hatten seit dem Auszug des merkwürdigen Paares ja nicht mehr viel zu tun. Nach umfangreichen Aufräumarbeiten konnten wir uns endlich selbst ein wenig erholen.


    Da es danach aussieht, dass keine weiteren Gäste zu betreuen sind, wurden wir von Gerif-TV zu einem Rennbahnstadion versetzt. Dort sollen wir in Zukunft Reisende betreuen, die anscheinend Gefallen darin gefunden haben möglichst schnell im Kreis zu fahren.

    Was es nicht alles gibt in dieser riesigen Galaxie. :thinking:


    Dann werden wir unsere paar Sachen packen und umziehen.

    Die von der Zentrale haben uns noch empfohlen, uns unbedingt Ohrenschützer zu besorgen, die würden wir nämlich brauchen. Anscheinend wird die Strecke auch nachts frequentiert.


    Damit verabschieden wir uns erstmal

    und würden uns auf ein Wiederlesen an anderer Stelle freuen


    Jaqueline und Dirk

  • [Nachtrag Lady Vivienne]


    Nach der langen -wenn auch entspannenden Reise- waren wir doch einigermaßen froh, wieder zurück auf unserer Seite der Galaxis zu sein.


    Zu Hause angekommen sichteten wir erst mal einen riesigen Haufen Fotos und die ganzen illegalen Reiseandenken, die wir allen planetaren Ausfuhrbeschränkungen zum Trotz durch den Zoll geschmuggelt haben. Vor allem die Kleinfamilie von Viviennes, die wir als 'hundeartige Haustiere' getarnt ausgeführt hatten, macht uns große Freude.

    (Unten: Unsere neuen Familienmitglieder in ihrer gewohnten Umgebung...)

    Auch wenn sie unter artgerechter Haltung etwas anderes zu verstehen zu scheinen als wir. Seit ihrer Ankunft bewohnen die Viviennes nämlich das Haus, während wir mit dem Geräteschuppen im Garten Vorlieb nehmen müssen. Aber was tut man eben nicht alles für seine geliebten Haustiere!?

    (Hier das jüngste Mitglied unseres Haushaltes auf unsere Wiese...)


    Dann wurde uns erst bewusst: Es fehlt ja noch die Gesamtlösung. Bei der Gesamtlösung handelt es sich üblicherweise um einen Spruch voll unendlicher kosmischer Weisheit, der die lange Suche, die mühevolle Forschung und das Sammeln von Hinweisen auch irgendwie rechtfertigt.
    Obwohl wir uns zur Geheimhaltung verpflichtet haben, wollen wir unseren Lesern die Quintessenz unserer Reise nicht vorenthalten. Das eher magere Ergebnis unserer wochenlangen Suche lautete:

    *** Vorsicht ultimativer Spoiler ***


    Das ist kein Scherz! Also jedenfalls keiner von uns. Außerdem war da noch der kryptische Hinweis, der Planetenname könnte uns auf die richtige Spur bringen. Was soll ich sagen? Alles natürlich reine Irreführung. Wie sollte eine uninspirierter Planetenbezeichnung aus dem Sternkatalog wie MW-537 auch ein Hinweis auf die Lösung eines derart komplexen Rätsels sein? Lächerlich! Nicht einmal die große galaktische Suchmaschine Gohgel-42 konnte damit irgendetwas anfangen.
    Doch dann kam es zu einem der seltenen Zusammentreffen zwischen Lady Vivienne und Oma Liesel bei einem ihrer Kaffeekränzchen. Dieser geballten Frauenpower, noch dazu unter der stimulierenden Wirkung von Kaffee und Kuchen, einiger Pilze, die Oma Liesel von ihrer letzten Reise mitgebracht hatte und einem vertrocknet wirkenden Geäst, das Lady Vivienne beisteuerte, war keine noch so hochwertige Verschlüsselung gewachsen. Beide brachen in Gelächter aus, als ihnen klar wurde, dass es sich um ein Filmzitat handelte und welchem Film es entsprungen war. In der Tat war es ein Zitat, das eine bewundernswerte Haltung angesichts des unvermeidlichen Untergangs an den Tag legte und das gleichzeitig von der Aufrichtigkeit und Menschlichkeit eines nichtmenschlichen Wesens zeugte. Dafür hat sich die Reise gelohnt und alle Strapazen waren vergessen. Wir danken dir, Gerif-TV, dass du uns an dieser faszinierenden sprachgewordenen Weisheit hast teilhaben lassen...
    [Ende des Nachtrags]

  • #knicks - Sehr nett von euch! Aber es müsste wohl eher heißen: ' Gerifs Quests sind die besten!' Was er aus diesem einen -zugegeben extrem schönen- Planeten herausgeholt hat, kann sich wirklich sehen lassen! Dabei ist mit klar geworden, WIE flüchtig ich mir sonst 'meine' Planeten ansehe. Dazu kommt noch die ganze Mühe, eine Basis zu bauen und eigene Benennungen für alles mögliche zu kreieren, was zur Stimmung deutlich beiträgt. Die vielen witzigen Rätsel noch nicht einmal eingerechnet. Der Aufwand für das alles ist enorm! Allein die verrückten Texte zu fabrizieren. Und die ganzen Buchstaben-Fitzel zu einer Gesamtlösung zusammenzubauen! :love:

    Ich hab mich jetzt mit diesem einen Planeten und den zugehörigen Quests lässig ein bis zwei Wochen über Wasser gehalten und in der Zeit dem Update keine Träne hinterhergeweint. Von den abgefahrenen Ideen -wie zwischendurch irgendwelche Betten umzuräumen oder Fahrzeuge zu konfiszieren- ganz abgesehen. Wir sprechen uns ja nicht ab, d.h. jeder ist von den oft schrägen Einfällen des/der anderen überrascht und muss lernen, damit umzugehen und es irgendwie in die 'Geschichte' einzubauen. -

    Vielen lieben Dank, gerif - das hat riesigen Spaß gemacht. <3

  • #knickszurück


    Aber bevor es zu hier zu kitschig wird möchten wir von unserer Seite an die offene Reiserechnung, diverse Verkehrstrafen, die wir nur einstweilen ausgelegt haben, und Bußgeld für das Schmuggeln von Vivennes erinnern.


    Diese Lobhudeleien sollen doch nicht etwa die Gewährung von Preisnachlässen zum Ziel haben? :nono:

  • Die Viviennes wurden ordnungsgemäß ausgeführt. Mit Papieren.

    Und Gerichtsstand ist -wie ich mich überzeugen konnte- Gamma Aurigae III. Der Müllplanet. Die haben keinen bodengebundene Verkehr. Bis ihr denen erklärt habt, was ein Bußgeld ist, ist das alles längst verjährt. Auch schon deswegen, weil ein Jahr auf Gamma Aurigae III gerade mal einer Erdwoche entspricht... Und tschüss! :P

  • AV3b.png

    Aber bevor es zu hier zu kitschig wird […] Lobhudeleien


    Wir können uns das Zustandekommen obiger Reise-Rezension (#37) noch nicht zufriedenstellend erklären. Jedenfalls war sie in der vorliegenden Form nicht zur Veröffentlichung bestimmt. Gegenwärtig gehen wir dem Vorwurf der Bestechlichkeit bzw. Vorteilsnahme nach. Eine derartige 'Lobhudelei' passt weder zu unseren Firmenleitlinien noch zur professionellen Ausrichtung unseres auf Reisen spezialisierten Senders.
    Im Folgenden finden sie die aktuelle Form des Abschlussberichts mit den notwendigen Korrekturen unseres Justitiars DDr. Öde Lang-Weilig:


    [Überarbeiteter Abschlussbericht: Gerif-TV - Ein-Planeten-Rundreise]


    Liebe Leute von Gerif-TV! Sehr geehrter Veranstalter! Eure Quest hat sehr viel Spaß gemacht. Wir würden ja einer gewissen Freude Genugtuung über den schönen Urlaub zufriedenstellenden Verlauf unseres Aufenthaltes und die liebe angenehme Betreuung mittelmäßige Unterbringung zum Ausdruck bringen. Aber die Qualität ließ zu sehr zu wünschen übrig. Die Aufgaben waren erstklassig und das Wetter war nicht so schlecht wie befürchtet. Das Ausflugsprogramm war nicht von gleichbleibender Qualität, das Wetter für einen Urlaubsplaneten indiskutabel. Der Service war zwar ein wenig personalarm, aber der Unterhaltungswert war unübertroffen! Der miserable Service und die organisatorischen Mängel haben unsere Testreisenden mehr als einmal in Gefahr gebracht. Es war ein echter Abenteuerurlaub. Die seelischen und körperlichen Strapazen, denen unser Team ausgesetzt war, werden noch Gegenstand von Schadenersatzforderungen sein. Vielen lieben Dank für deine viele Mühe! Mühe allein genügt eben nicht.

    War schön! Liebe Grüße Euer Alienvision-Team

    Eine einzige Verschwendung wertvoller Urlaubszeit.

    Über die Höhe unserer Ausgleichsforderung wegen entgangener Urlaubsfreuden werden wir in gesondertem Schreiben informieren.


    Ohne jegliche Hochachtung

    Öde Lang-Weilig (Justitiar, kommissarischer Chefredakteur Reisen)