Reise zur Hölle (für PC, Euklid, Normal)

  • [Höllentrip Planet 4 - Eiswelt 2]
    Hatten wir bei der letzten weißglühenden Extremwelt schon gedacht, wir hätten uns der Hölle ein deutliches Stück genähert, so war der aktuelle Planet wieder ein Schritt in die falsche Richtung. Sicher hätte man auch eine andere Reihenfolge der Erkundung wählen können, trotzdem werden wir unsere liebgewordenen Vorstellungen von Hölle wohl über Bord werfen müssen. Offensichtlich ist Hölle für unseren Veranstalter weder eine Frage der Temperatur, noch eine des besonders unwirtlichen Bioms. Damit hat er sich von den traditionellen Höllenvorstellungen verabschiedet und Enttäuschungen sind bei den Reisenden der Tour wohl vorprogrammiert.

    Immerhin scheint die Tierwelt noch zu solchen klassischen Vorstellungen zu passen, denn Gehörnte in den unterschiedlichsten Spielformen fanden sich bisher auf jeder Welt.
    Auch diese machte keine Ausnahme. Zwar bekamen wir den berühmt-berüchtigten felsnagenden Teufelsbiber, von dem im Prospekt die Rede war, nicht persönlich zu Gesicht, aber seine Hinterlassenschaften waren nicht zu übersehen: Der Biberstein war mit seinem angefressenen Sockel und dem Solitärbaum tatsächlich ein einzigartiger Anblick.


    Wegen seiner schwindelerregenden Höhe ist er allerdings kaum zu fotografieren. (Für Touristen naturgemäß ein echtes Handicap.) Sicher wird er witterungsbedingt nicht mehr allzu lange in dieser Form zu sehen sein. Wer an geologischen Leckerbissen Interesse hat, der darf nicht allzu lange zögern.

    Die übrigen Tiere des Planeten begegneten uns fast ausschließlich gut gelaunt. Die meisten schütteten sich angesichts unseres Anblicks sogar aus vor Lachen. Eine gewisse Verunsicherung war die Folge, verstärkt noch durch die Tatsache ihres aufrechten Gangs.

    Die mit weitem Abstand exotischste Spezies war die offensichtlich exhibitionistisch veranlagte bunte Doppel-Flügelechse. Anbei ein Foto von ihr in ihrer charakteristischen Pose.

    Unser Weg führte uns zunächst zu einem abgelegen Monolithen, an dem wir auf eine bestimmte Licht-Schatten-Konstellation warten sollten, die den Eingang zu einer Höhle in einer benachbarten Felssäule markiert.

    An dieser Stelle geben wir die Anweisungen des Veranstalters im Original wieder:
    "Richtung 1 Uhr erkennst du eine besondere Gesteinsformation: Ein Zapfen, oben gespalten und in der Mitte ein Loch. Wenn du in das Loch kletterst und nach oben gen Himmel blickst, siehst du ein weiteres Loch. Durch dieses Loch kannst du die Spitze erreichen."


    "Von einer der obersten Spitzen blicke nun Richtung 3:30 Uhr und du siehst (besonders gut, wenn die Sonne Richtung 6 Uhr steht) in einiger Entfernung einen Höhleneingang. Steure diesen an und verliere ihn dabei nie aus den Augen. Betritt diese etwas unzugängliche Höhle und nach einem Rechtsknick kommst du auch schon wieder heraus. Blicke nun Richtung 7 Uhr und entdecke die Teufelsporn genannte Felsnadel, die aus dem Wasser ragt. Vom Wasser wieder zurück Richtung 12 Uhr beginnt die sogenannte Teufelsklamm. Folge der Klamm solange du Lust und Laune hast und versuche dann dein Raumschiff durch diverse Höhlen und Schluchten wieder zu erreichen."


    Wie war das? 1 Uhr? [Aber es ist auf meiner Uhr grad erst viertel vor 9?] - Zapfen - Loch - Klettern - Himmel - noch 'n Loch? - Richtung 3:30 blicken - warten auf Sonnenstand 6 Uhr - Noch 'ne Höhle, diesmal unzugänglich [Was heißt hier: 'diesmal'?] - rechts - 7 Uhr - Teufelssporn - zurück 12 Uhr. [Meine Uhr ist stehengeblieben! Auf der ist es immer noch viertel vor 9]
    Anbei ein paar Bilder von Höhlen, Felsnadeln und Tälern, die ich unterwegs angetroffen hab, - vielleicht ist ja was Richtiges dabei. Vielleicht sogar der berüchtigte Teufelssporn.


    Eine nette Welt mit sehenswerten Tieren und Felsformationen. So stellt man sich bei Gerif-TV also die Hölle vor? Wahrscheinlich huldigen die diesem neumodischen Spruch: 'Die Hölle, das sind wir.' Na, dann - willkommen in der Hölle!

  • Anmerkung des Veranstalters:

    Den etwas antiquierten Vorstellung von Alienvision bezüglich des Aussehens der Hölle möchten wir als Trost eine Darstellung der Altvorderen anbieten:



    :evil:

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  • [Höllentrip Planet 5 - letzter Akt: Sternendorn-Planet]

    Der letzte Planet. Bereits beim Anblick aus dem All beschleichen uns erste Zweifel. Das soll die Hölle sein? Ein Scan bestätigt den ersten Eindruck. Grünlicher Planet, nass, Vorkommen von Sternendorn. Bei näherem Hinsehen eine leicht gewellte Oberfläche mit Riesenfindlingen, kleine Wäldchen und Tiere mit Übergröße. Dann ein Basis-Signal. Wir fliegen darauf zu, landen. - Perplex.

    Da steckt wirklich Mühe drin. Alles stilecht (und klassisch, um nicht zu sagen old-fashioned! Manche würden es 'antiquiert' nennen.) in rot-schwarz gehalten. Die Hölle selbst ist's sicher nicht. Aber schon nahe dran. Zwei rote gigantische Dreizacke als Türme eines riesigen kathedralenartigen Gebäudes. Fensternischen in Atlas-Form rot hinterlegt. Der First des Mittelschiffs mit roten Zacken verziert. Obwohl ein Fremdkörper passt es gut in die dschungelähnliche Gartenlandschaft.

    Einen Eingang suchen wir zunächst vergebens. Schließlich öffnet sich an einer der Schmalseiten ein Tor wie von Geisterhand. In seinem Innern ein weiterer Raum. Sitzplätze, Fahnen und so etwas wie ein Altar?

    Welche düsteren Zeremonien mögen hier abgehalten werden? Schwarze Messen? Mit den grünlichen Pflanzbehältern auf dem Tisch -oder ist es ein Sarkophag?- wirkt das Ganze wie ein Laboratorium, immerhin ein aufgeräumtes. Wenn Dr. Frankenstein zur Tür hereinkäme und sein Monster sich aus dem Sarkophag erheben würde, niemand wäre sonderlich verwundert. Dazu noch ein brausendes Geräusch, dessen Ursprung zunächst unbekannt bleibt. Es rührt von einem Monument im Innenraum der Kathedrale, auf dem Dach des Laboratoriums. Wer würde ein Monument in Innern eines Gebäudes errichten? Keiner von uns hatte Lust nachzusehen, wer wohl sein Urheber sein könnte.

    Draußen empfängt uns ein erster Hitze-Sturm. Temperatur annähernd 120°C. So ganz freundlich ist der Planet dann doch nicht. Als der Sturm endlich abebbt, wird es schon dunkel und ein dampfender Nebel lässt alle Details verschwimmen.
    Am frühen Morgen erklimmen wir einen der großen pyramidenähnlichen Findlinge. Sein Grat weist einen ganz ähnlichen gezackten Kamm auf wie das Gebäude.

    Die meisten Tiere hier haben Übergröße. Besonders beeindruckend ist eine schwebende Käferqualle, die unser Schiff mühelos an Größe übertrifft. Kurios auch eine langbeinige Maikäfer-Krabbe mit einem angeschnittenen Pilz oben auf dem Körper, der ihr als Ortungsorgan zu dienen scheint.

    Bei Einbruch der Nacht verwandeln sich die lichten Wäldchen in eine unheimliche, von fahlem Licht erhellte Kulisse, die von den zahlreichen Lauten der lokalen Fauna erfüllt ist.

    Wir erledigen noch eine Reihe von Aufgaben, deren Lösungswort wohl kaum zufällig '666' lauten soll. In unserem Drang, den Planeten möglichst schnell wieder zu verlassen, zählten wir jedoch '667'. Bis zum Schluss ließ sich nicht eruieren, ob und bei wem sich hier ein Fehlerteufel eingeschlichen hatte. Vielleicht wollte der Veranstalter den Grad des Teuflischen auch nur noch weiter erhöhen? Nach dem Motto: '666' ist uns nicht höllisch genug?

    Für eine Hölle will uns der Gartenplanet trotz seiner sonderbaren Fauna immer noch zu freundlich erscheinen. Und die schicke und kreative höllische Basis ist dann doch nicht direkt der Zugang zur Unterwelt, wie mancher Mitreisende schon vermutet hatte. Was es ist, wenn nicht das Kabinett des Dr. Frankenstein? Die präziseste Beschreibung des Bauwerks wäre wohl 'des Teufels Gartenschuppen'. Kann (und will) man der Hölle in diesem Leben wirklich noch näher näher kommen? Wohl kaum. - Endlich Rückflug. Von jetzt an nur noch paradiesische Welten. Ganz ohne Hörner, Teufel und rot-schwarze Geräte-Schuppen. Auch wenn sie sich als Kathedrale tarnen. Das Hölle-System auf jeden Fall eine Reise wert. Nicht nur für Teufelsanbeter und solche, die es werden wollen.