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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 29]
    Natürlich haben wir es -trotz der mittlerweile verstrichenen Zeit- nie aufgegeben, noch einige Überlebende der verschwundenen GTV-Expedition zu finden. Die von uns errechneten Koordinaten führten uns in ein System, das im Gegensatz zu den bisherigen Systemen nur über drei Planeten verfügte. Gleich nach dem Durchgang durch das Portal eröffnete sich uns der Blick auf eine lebensfeindliche Welt, deren radioaktiver Dunst eine wüstenartige Oberfläche zur Folge hatte, eine klassische GTV-Welt eben.

    Ayotir XVII, der sonnennächste Planet des Udnyevka XIX-Systems, beherbergte entsprechend nur wenige Tiere und Pflanzen, die sich an die hohe radioaktive Belastung anpassen konnten. Wir begannen unsere Suche nach den Verschollenen an einer unscheinbaren Ruine, in deren näheren Umgebung gleich drei markante Punkte von GTV-Aktivitäten zeugten.

    Aus den Unterlagen entnahmen wir, dass man in der Umgebung intensive geologische Studien betrieben hatte, die vielleicht Anhaltspunkte für uns ergeben mochten. Lange stolperten wir durch den glühenden Wüstensand und scannten ein Mineral nach dem anderen. Die wenigen Pflanzen, auf die wir stießen waren infolge der allgegenwärtigen Strahlung hochgradig mutiert. Eine der Mutantenpflanzen, ein pulsierender, rauchender, eklig aussehender Klumpen, versuchte sich einem Beschuss durch Wegrollen zu entziehen, bevor er schließlich explodierte und übelriechende Überreste meterweit in die Luft schleuderte. Ein derartiges Phänomen war uns neu - entsprechend gingen wir bei unseren weiteren Untersuchungen mit noch größerer Vorsicht vor.

    Am ergiebigsten war noch der Besuch der Raumstation des Systems, wo wir einen Reisenden treffen sollten. Leider wurde er uns gegenüber sogleich tätlich, kaum dass wir unser Anliegen vorgetragen hatten. Offenbar hatte er mit den GTV-Leuten extrem schlechte Erfahrungen gemacht und war nicht im Geringsten daran interessiert, an deren Rettung irgendwie mitzuwirken.

    Nach einem kurzen Gerangel war er dann doch bereit, uns die Koordinaten eines Grabes zu nennen, das uns entscheidende Informationsfragmente lieferte. Übrigens waren auch die übrigen Reisenden, auf die wir während unseres Aufenthaltes trafen, wenig kooperativ.

    Wie üblich hatte sich GTV auch für die havarierten Trägerschiffe auf dem Planeten interessiert und einige dürftige Spuren in den Bordsystemen hinterlassen. Die entsprechenden Analysen waren für unser Team mittlerweile nur noch reine Routine.

    Mitten in der entlegensten Wildnis fanden wir eine zweite Basis, die auf der Spitze einer ungewöhnlichen geologischen Formation in Gestalt eines steilen Doppelkegels thronte.

    Das ganze ähnelte einem Blockhaus und war nur zu Fuß durch eine endlose Reihe hölzerner Stufen zu erreichen. Der Fernblick war wirklich sehenswert, das Innere spartanisch eingerichtet und nur spärlich möbliert. In einem Winkel fanden wir ein seltsames Sammelsurium von Gegenständen, das trotz seiner Alltäglichkeit klar als Diebesgut erkennbar war. Seine Herkunft blieb zunächst im Dunkeln.

    Schließlich verließen wir das Wochenend-Domizil wieder, sichteten unsere wenigen Ergebnisse und machten uns an die Erforschung des weiteren Systems.

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 30]
    Der mittlere Planet des Systems 'Rion U2' war ein Ringplanet von beachtlicher Größe, dessen durchgehender Ring aus feinsten Eis- und Gaspartikeln bestand.

    In der galaktischen Datenbank wurde er als 'verkabelter' Planet geführt. Seine Oberfläche war mit merkwürdigen Kugeln bedeckt, die über lange Kabelstränge mit dem Boden verbunden waren. Einige schwebten hoch über der Oberfläche, andere schienen auf dem Boden zu liegen. Unser nächtlicher Anflug auf die einzige GTV-Station auf der Oberfläche gestaltete sich schwierig, da aus der Höhe zunächst keine Basis auszumachen war.

    Erst als wir die Funkboje der Basis fast gerammt hatten, sahen wir, dass eine der Kugeln etwas kleiner war als ihre 'Artgenossen' und -anders als sie- aus einem glasartigen Material bestand.

    Der Zweck dieser Konstruktion blieb unbekannt, auch das GTV-Bordbuch schwieg sich über seine Funktion aus. Sicher war sie früher möbliert, heute schien sie jedoch leer und ungenutzt. Wir untersuchten das Ding von außen so gut es ging, das Innere war nicht mehr zugänglich.

    Die Tarnung sollte zweifellos vermeiden, unnötige Aufmerksamkeit auf diese Basis zu lenken. Für einen legalen Zweck wäre das sicherlich kaum nötig gewesen. Ästhetisch war die Kopie der Kabelkugeln jedoch erstaunlich gut gelungen.

    Wir durchsuchten auch weitere Kugeln der Umgebung, bestiegen sogar einige der hohen in unmittelbarer Nähe, was sich schwieriger als erwartet erwies, da unsere Jetpacks für eine derartige Höhe nicht ausgelegt waren. Abgesehen von einigen wenigen Hinweisen aus der Basis selbst, konnten wir jedoch nichts Brauchbares finden.

    In Basisnähe erschien während unseres Aufenthalts ein bläulich leuchtender Ring, der an unseren Crewmitgliedern auffallendes Interesse bekundete.

    Erst als wir ihn unter Beschuss nahmen, vergrößerte er den Abstand und liess uns unsere Arbeit in Ruhe fortsetzen. Schließlich verschwand er so plötzlich wie er gekommen war. Bald darauf verließen wir einigermaßen enttäuscht den Planeten wieder, nicht ohne die getarnte Basis für nachfolgende Expeditionen markiert zu haben.

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 31]
    Bislang konnten wir in dem Drei-Planeten-System bestenfalls die Hälfte der Daten sammeln, die für die Bestimmung einer Zieladresse erforderlich wären. Manches Mitglied unserer Rettungsmission hielt es nach unseren bisherigen Erfahrungen für äußerst schwierig, wenn nicht unmöglich, alle noch fehlenden Hinweise auf nur dem einen verbliebenen Planeten aufzutun.
    Immerhin machte unsere Ortungsabteilung auf Hesusi VIII einige Energieechos aus, die auf GTV-Aktivität hindeuteten. Der von toxischen Stürmen umtoste Pilzplanet empfing uns mit einer Schlechtwetterfront, als wolle er seine Oberfläche vor uns verbergen.
    Unser Schiff flog blind und nur nach Instrumenten in Richtung des ersten Landepunktes. Erst im letzten Moment erblickten wir das Ziel: Wieder einmal eines der großen Frachterwracks, dessen Heck diesmal jedoch über eine Felskante frei in der Luft über einem ewig tiefen Abgrund hing, in den es jeden Augenblick stürzen konnte. Extrem vorsichtig begannen wir, es zu untersuchen und schickten ein kleines Team an Bord. In den Frachträumen stießen unsere Leute auf ein paar Notizen, die unsere astronomischen Spezialisten womöglich weiterbringen mochten.

    Nachdem sich der Giftorkan gelegt hatte, führten uns weitere Signale zu einer in dieser Art seltenen Doppelbasis, über der eine große Schar sandfarbener Drachenkopf-Geier kreiste. Beide Niederlassungen waren bereits von den säurehaltigen Toxinen in der Atmosphäre zerfressen. Stellenweise konnte man von außen in das Stationsinnere hineinblicken, was die wenigen Bewohner jedoch nicht zu stören schien. Diffuse Hinweise auf das Vorhandensein eines leistungsstarken Alientools bestätigten sich jedoch nicht.

    Das klarste Ortungsecho kam von einer kleinen Siedlung in der Umgebung eines der seltenen Holotürme. Über den Zweck des größten Nebengebäudes brauchte man nicht lange zu spekulieren, es war mit einer unübersehbaren Leuchtschrift als 'Lager' gekennzeichnet. In seinem Innern fanden wir sorgfältig sortiert und bestens numeriert Stapel verschiedenartigster Einrichtungsgegenstände von Betten und Sesseln bis hin zu Topfpflanzen. Merkwürdigerweise fanden sich jedoch keine dieser Einrichtungsgegenstände in den wenigen umliegenden Wohncontainern der Basis.

    Oben auf dem Holoterminus befand sich eine merkwürdige Konstruktion, deren Funktion in der Dunkelheit, die inzwischen hereingebrochen war, nicht zu ergründen war. Erst am folgenden Morgen bemerkten wir, dass sie auf eine ferne Pilzformation hinzuweisen schien. Ob die GTVler doch damit gerechnet hatten, dass ihnen jemand folgen würde?

    Wir folgten der angegebenen Richtung und trafen auf eine gigantische Pilznachbildung am Rande eines steilen Talkessels.

    Auf zehn Stockwerken wuchsen großflächige Pilzfarmen terrassenartig in die Tiefe, die durch endlose Treppen miteinander verbunden waren. Unsere Biologen bestimmten die Art als eine seltene Magic-Mushroom-Art, die in diesem Quadranten wegen ihrer berauschenden Wirkung zu horrenden Preisen gehandelt wurde. Außer der Zuchtanlage fanden sich nur wenige Aufenthalts- und Maschinenräume.

    Bereits von oben hatte man einen fantastischen Blick auf den Rest des Talkessels, an dessen südlichen Hang sich eine Reihe farbiger Häuschen hinzog.

    Alle waren mit einem ausladenden pilzförmigen Dach gegen Niederschläge und Sicht von oben geschützt und verfügten über eine Dachterrasse und identische Einrichtung. Waghalsige Treppenkonstruktionen verbanden sie untereinander und mit der Pilzfarm.

    Alle Häuser unterschieden sich nur in wenigen Details. Am auffälligsten war ihre Nummerierung und Farbcodierung. Offensichtlich waren sie baugleich in einer Art Fertigbauweise errichtet worden. Um so auffallender war, dass manchen einige wenige Einrichtungsgegenstände fehlten. Die Theorie, dass es sich dabei um die gestohlenen Gegenstände handeln könnte, die wir in einem Versteck auf dem Nachbarplaneten gefunden hatten, wurde als zu abenteuerlich verworfen. Sicher hätte man den Fehlbestand auch aus dem Lager ergänzen können. Gemeinsam war den Häuschen die malerische Lage und die überragende Aussicht. Zumindest hatten die Drogendealer hier einen gewissen Geschmack.

    Die Sonne neigte sich bereits dem Horizont zu, einen vollen Tag hatten wir zur Untersuchung der Anlage gebraucht. Immerhin waren wir in der Lage, einige Spuren der Verschollenen aufzuspüren. Weitere Hinweise versprachen wir uns von den Reisenden im System, die wohl zum festen Kundenkreis unserer Drogenbarone gehörten.


    [---> to be continued --->]

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 32]
    Den nächsten Morgen verbrachten wir mit dem Abklappern sämtlicher erreichbarer Bodenstationen und Siedlungen. Die uns übermittelten Koordinatenangaben erwiesen sich leider als überaus lückenhaft und fehlerbehaftet.

    Außerdem waren die Reisenden fast ausnahmslos wenig kooperativ, obwohl wir sie nur mit äußerster Vorsicht und in Andeutungen befragten. Schließlich war der Genuss bewusstseinsverändernder Drogen fast überall strafbar und sogar bei den für jeden lukrativen Handel aufgeschlossenen Geks nicht sonderlich gerne gesehen. Erst als wir versicherten, mit den Systembehörden in keiner Weise zusammenzuarbeiten, und selbst dem Pilzgenuss nicht völlig abgeneigt zu sein, wurden sie etwas zugänglicher.

    Die Aufzeichnungen eines schrägen Zwillingspärchens von Reisenden brachte uns endlich auf die Spur eines Grabes in der Wildnis, das in der letzten Botschaft des Verstorbenen weitere Anhaltspunkte enthielt.

    Beim letzten verbliebenen Ziel auf der Oberfläche erlebten wir erneut eine Überraschung: Auf einer Hochebene wurden offenbar reiche Kupfervorkommen ausgebeutet und durch eine alte Material-Seilbahn ins Tal befördert. Die Anlage hätte aus dem präatomaren Zeitalter stammen können und verzichtete ganz auf moderne Technik.

    Indizien in der Bergstation machten es nötig, die gesamte Anlage samt Zug- und Tragseilen detailliert zu untersuchen.

    Natürlich kam ein schwerer toxischer Sturm auf, gerade als einige Crewmitglieder in halsbrecherischer Höhe über die Seile balancierten. Ein Absturz hätte sicher schwerste Verletzungen zu Folge gehabt. Wir konnten uns gerade noch in eine Wartungskabine auf der Mittelstütze retten, wo wir das vor den Scherwinden und Böen in Sicherheit waren und das Schlimmste aussitzen konnten.

    Immerhin fanden wir an der Konstruktion einige versteckte Informationen. Der weitere Abstieg bis zur Talstation brachte hingegen keine neuen Erkenntnisse.

    Den Rückweg traten wir dann doch lieber per Schiff an.

    Die Tatsache, dass die Spuren der verschollenen Crew immer frischer zu werden schienen, machte uns Hoffnung, dass wir uns dem Ende unserer langen Rettungsmission näherten. Immerhin hatten wir ausreichend Hinweise gesammelt, um die Portaladresse des nächsten Zielsystems rekonstruieren zu können.


    Einmal editiert, zuletzt von Alien ()

  • Es scheint sich was geändert zu haben, denn diesmal gibt das Logbuch keine Hinweise für eine Portaladresse zu einem weiteren System, sondern für drei Koordinaten-Angaben auf drei Planeten des aktuellen Systems:


    Auf dem Planet Ranjotu Majoris: -AB.CD, +EF.GH,


    auf dem Planet Ulvermi Noich: -IJ.KL, +1MN.OP,


    und auf dem Planet Muleya: -QR.ST, -UV.WX.


    Die 24 Buchstaben stehen als Platzhalter für 24 Ziffern, die durch Hinweise im Logbuch herausgefunden werden können.

    Logbuch s07.pdf


    Zusätzlich wurden noch zwei Lagepläne übermittelt, auf denen jeweils 6 Baubereiche markiert sind, in denen diverse Bauwerke von zweibenachbarten Basen zu finden sind. Die Bauplätze von Plan 2 sind unmittelbar südlich von den Bauplätzen am Plan 1 zu finden. Das Raumschiff auf beiden Bildern fliegt genau Richtung Süden.


    s7-plan1.pdf

    s7-plan2.pdf


    Wir haben auch keine weiteren Nachrichten aus einem anderen Sternensystem erhalten, das Team scheint also irgendwie angekommen zu sein.

    2 Mal editiert, zuletzt von gerif ()

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 33]
    Auch ohne die Hinweise aus den Bordbuch-Fragmenten der verschollenen Expedition wäre uns -bereits als wir den Boden des Planeten betraten- klar gewesen, dass diese Welt völlig anders war als die bisherigen. Es handelte sich bei 'Muleya' um eine liebliche Sterndornwelt ohne die üblichen Stürme und feindlichen Lebensbedingungen, die unsere bisherige Suche so erschwert hatten.

    Aus der Luft bildete das von GTV beanspruchte Gebiet eine ungewöhnlich große, kaum überschaubare Fläche, die mit kleineren Bauwerken, Ansiedlungen und Stationen durchsetzt war. Ohne die mitgelieferten Karten hätten wir vermutlich nicht einmal alle Einrichtungen gefunden. Es war erkennbar, dass die verlorengegangene Crew sich hier deutlich länger aufgehalten hatte, als auf den Planeten bisher.

    Kurzentschlossen landeten wir auf einem kleinen Landefeld im Zentrum des südlichen Teils der besiedelten Fläche.

    Der Planet ließ sofort Urlaubgefühle aufkommen, dem sich auch die Gesuchten wohl nicht hatten entziehen können. In den Wäldern der Umgebung stießen wir auf zahlreiche kleine idyllische 'Baumhäuser', die hoch über dem Boden lagen, aber von den ausladenden Kronen der umstehenden Bäume noch beschattet wurden.

    Sie umstanden ein architektonisch eindrucksvoll gestaltetes Zentralgebäude, ein Vieleck mit Glasveranda und komplexer Dachkonstruktion.

    Der nahezu runde Innenraum war mit Arbeitsplätzen, Roboterarmen und diverser Technik angefüllt. Unsere Aufmerksamkeit richtete sich jedoch auf die umliegenden Trabanten-Baumhäuser, deren angebaute Pflanzen und Produktionsketten erste Hinweise auf den Verbleib der GTV-Expedition lieferten.

    Der Zweck etlicher Einrichtungen des Geländes erschloss sich uns nicht: So fanden wir ein großes eingezäuntes Gehege, das der Tierhaltung dienen mochte, jedoch völlig leer war. Oder eine farbige Röhrenkonstruktion, bei der es sich genauso um ein orgelähnliches Musikinstrument aber auch um simple Abluftschächte unterirdischer Einrichtungen handeln könnte, deren Zugang uns verborgen geblieben war.

    Wegweiser führten vom Landefeld aus in die baumbestandene, mit orangem Gras bewachsene Steppe. An ihrem Ende fand sich eine merkwürdige Konstruktion, die von einem Toilettenhäuschen bis zu einer Umkleidekabine jedem Zweck hätte dienen können.

    Versetzte schon die Flora des Planeten unsere Botaniker in Entzücken, die Tierwelt zeigte sich uns ebenso abwechslungsreich, wenn auch nicht immer freundlich.

    Uns wurde klar, dass selbst ein flüchtige Untersuchung der großen Siedlungsfläche Tage, wenn nicht Wochen in Anspruch nehmen würde...

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 34]
    Bei einer nächtlichen Routineerkundung machte unser Team aus der Luft ein hohes Gebäude aus, das wegen seiner farbigen Beleuchtung und schieren Größe sofort unsere Aufmerksamkeit erregte.

    Da das benachbarte, gut ausgebaute und mit laufenden Farbmarkierungen gekennzeichnete Landefeld ständig besetzt war, landeten wir auf dem Boden des umgebenden Krater.

    Ohne einen offensichtlichen Zugang ragte der beleuchtete Koloss vor uns auf. Er stellte sicher so etwas wie das Wahrzeichen und Zentrum dieser ausgedehnten GTV-Siedlung dar.

    Unsere Crew machte sich daran, den leuchtenden Wolkenkratzer genauer zu untersuchen. Der aus würfelförmigen Standardkomponenten aufgebaute Korpus war von vertikalen Röhrenkontruktionen umgeben, die aus ihrem Innern heraus ein sanftes Licht in Regenbogenfarben verbreiteten.

    Der sich in Stufen verjüngende Turm bot in luftiger Höhe zwar einen hervorragenden Ausblick, es fehlte jedoch jeglicher Zugang oder Hinweis auf seinen Zweck. Unsere Techniker vermuteten so etwas wie eine interstellare Sendeanlage. Energie stand offenbar ausreichend zur Verfügung. Doch warum hatte man wohl nach ihrer Fertigstellung keine Nachricht mehr an das GTV-Hauptquartier abgesetzt?

    Das Fundament des Turmes stieß teilweise an den Kraterrand. Schließlich fanden wir auf der abgewandten Seite an seiner Basis einen Eingang.

    Dieser führte zu einer Kammer, die einem antiken terranischen Pharaonengrab alle Ehre gemacht hätte. Der unterirdische Raum lieferte uns ein paar spärliche Zahlengruppen, die -nach ihrer Auswertung- vielleicht Rückschlüsse auf den Verbleib der Gesuchten zuließen. Die Technik des Bauwerks musste sich an anderer Stelle befinden.

    Das Gebäude ließ uns -trotz seiner imposanten Größe und spektakulären Beleuchtung- etwas ratlos zurück. Die Absichten der verschollenen Expedition wurden immer unklarer. Wer würde schließlich derartige Großprojekte realisieren, wenn er sich in einer existenziellen Notlage befand?

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 35]
    Im Kartenmaterial, das uns GTV überlassen hatte, war zwei Punkte in unmittelbarer Nähe unseres Landeplatzes markiert. Der erste fiel bereits nach kurzer Flugzeit sofort ins Auge: Eine große Plattform, die sich auf Stelzen hoch aus dem umgebenden Dschungel erhob.

    Mehrere Gebäude mit Schaltzentralen und Aufenthaltsräumen umringten ein Hauptgebäude. Treppen und Leitern verbanden sie untereinander. Die ganze Anlage war mit Antennen und modernster Sensorik bestückt.

    Ein Außenarbeitsplatz machte den Zweck der Anlage deutlich: Es handelte sich eindeutig um eine Sternwarte.

    Ein noch leistungsstärkeres Teleskop befand sich geschützt im überdachten Zentralgebäude. Beide Fernrohre waren Refraktoren mit langer Brennweite, deren konstruktionsbedingte Farb- und Abbildungsfehler durch Zusatzlinsen und Filter aufwendig korrigiert worden waren.

    Auch die übrige Technik war von hervorragender Qualität. Leider fanden wir in der umfangreichen Anlage für unsere Suche nur wenige Anhaltspunkte. Sie schien überhaupt nur wenig benutzt worden zu sein.

    Die zweite Markierung gehörte zu einem Rennparcours. Wir waren ja mittlerweile schon auf einige der mehr als seltsamen Freizeitaktivitäten der GTV-Expedition gestoßen, aber ein Rennen mit dem Colossus, das war bisher die verrückteste Idee.

    Und dann war da noch die Streckenführung, die sich in irrwitzigen Kurven und unvorhersehbaren Wendungen über Hügelkuppen und an Kraterwällen entlang schlängelte. Zunächst wollten wir uns der Sache entziehen und den Parcours mit unserem Raumschiff abfliegen. Doch dann packte uns der Ehrgeiz. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten -keiner unserer Leute hatte je einen solchen Koloss gesteuert- begann die Sache richtig Spaß zu machen.

    Unsere Fahrer wurden zunehmend waghalsiger, zumal sie -als zusätzliche Schwierigkeit- während der Fahrt noch Aufgaben zu lösen hatten. Immerhin gelang es uns nach etlichen Fehlversuchen den bisher geltenden Rekord einzustellen.

    Leider hatte das Fahrzeug, nachdem wir mit ihm fertig waren, nur noch Schrottwert. Mit etwas schlechtem Gewissen ließen wir sein Wrack im Start-/Zielbereich zurück.

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 36]
    Fortsetzung der Erforschung von 'Muleja': Eine der flächenmäßig größten und auffälligsten Einrichtungen des Siedlungsgebiets bildete ein ausgebautes Observatorium an den Hängen des südlichen Zentralmassivs. Bewundernswert geschickt hatten die GTV-Bautrupps ihre neuen Gebäude in die vorgefundenen integriert, so dass alles wie aus einem Guss wirkte.

    Treppen und überdachte Wege verbanden jetzt die Gebäude untereinander. So ordentlich die gesamte Siedlung aus der Entfernung wirkte, so verwirrend waren die Gänge, die mehrgeschossigen Anbauten, Plattformen, Treppen und Kuppeln aus der Nähe.

    Eine Besonderheit stellten die aufwendigen, teildurchbrochenen Kuppeln dar, die die ständige Zufuhr von Frischluft mit dem Schutz vor den seltenen Stürmen des Planeten kombinierten. Ein geradezu idealer Ort zur Zucht exotischer Pflanzen.

    Neben den Schaltzentralen gab es eine Reihe bequemer Wohn- und Aufenthaltsräume, die jedoch ausnahmslos verlassen waren. Eine Reihe von Wegweisern führte bis zu einer Treppe und einer Anlegestelle am Ufer des Meeres.

    Es wurde Abend bis wir das ausgedehnte Gelände vollständig durchsucht hatten, immerhin fanden wir ein Koordinatenpaar, das sich offenbar auf einen Planeten in diesem System bezog. Dem würde man nachgehen müssen.

    Auf dem Rückweg am nächsten Morgen entdeckten wir einen hohen Signalturm fast genau auf der gegenüberliegenden Seite des Meeresarms, der das besiedelte Gebiet in zwei ungleiche Hälften teilte.

    Gleich bei der Landung machten uns zwei besonders kräftige Exemplare der toxischen Gas-Pflanzen zu schaffen. Wir wussten uns schließlich keinen anderen Rat als sie mit den Lasern zu beseitigen. Der Turm befand sich unmittelbar neben einer eingestürzten unterirdischen Kaverne, die in einen breiten Höhlengang überging. Beleuchtete Atlas-Stelen bildeten eine Kette ins Innere.

    Unser Weg endete vor einer metallenen Wand mit einem modernen Zugang. Kaum waren wir hindurchgeschritten, standen wir unvermittelt in einer diffus beleuchteten Höhle. Violette, bewegte Lichtsäulen brachen aus dem Boden und tauchten den Raum in ein unwirkliches Licht.

    Indirekt beleuchtete Atlas-Statuen standen in langen Reihen entlang der beiden Seiten des Raumes. Zweifellos so etwas wie ein Verehrungsort. An zentraler Stelle stand -wie schon an der Spitze des Turmes- eine stilisierte, rot beleuchtete Nachbildung des Atlas-Oktaeders. Hatten sich gläubige Anhänger des Atlas hier versammelt, um in diesem unterirdischen Tempel zu feiern und zu meditieren? Der besonderen Atmosphäre dieses geheimnisvollen Ortes konnten selbst wir uns nicht völlig entziehen.

    Trotzdem waren wir froh, als wir endlich wieder an der Oberfläche waren und frische Luft atmen konnten.

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 37]
    Die Erforschung der großflächigen GTV-Siedlung zog sich länger hin als geplant. Trotzdem wuchs unsere innere Anspannung, hatten wir doch alle das Gefühl, den Verschollenen diesmal dicht auf den Fersen zu sein. Um einigermaßen systematisch vorzugehen, beschlossen wir, als nächstes die beiden Küsteneinrichtungen zu untersuchen, die sich in geringer Entfernung voneinander im Westen der Südinsel befanden.

    Die erste Basis wirkte wie ein Komplex von begrünten Ferienhäusern, die stufenförmig zum Strand abfallend angelegt waren. Die Bewohner hatten sich wohl mit exotischen Pflanzen und ihrer Zucht beschäftigt. Allerdings auch mit einigen Unterwasserexemplaren, bei deren Studium uns die mittlerweile schon bekannten Raubfische das Leben schwer machten. Obwohl wir die Pflanzen sorgfältig untersuchten, ergaben sich nur spärliche Hinweise. Wir fanden jedoch ein Terrarium mit einem überlebenden Bewohner, der sich sichtlich freute, uns zu sehen und mal wieder Futter und Wasser zu bekommen.

    Im oberen Teil der Anlage befand sich ein beleuchteter Säulengang, der ins Nirgendwo führte und ein ungewöhnliches Brunnenhaus mit sechseckigem Grundriss. Vor dem Eingang zum überdachten Brunnen stand eine goldene, entfernt froschähnliche Skulptur. Aber es sollte noch verrückter werden. Tief im Brunnen lag eine goldene Kugel. Unsere Nachforschungen in den terrestrischen Datenbanken, die bis ins präatomare Zeitalter zurückreichten, legte eine abenteuerliche Vermutung nahe: Sollte hier ein kindliches Gemüt das Märchen vom Froschkönig nachgestellt haben? Trotz aller Bemühungen, war der Frosch jedoch nicht dazu zu bewegen, die goldene Kugel aus dem Brunnen nach oben zu holen. Kein Wunder - schließlich hatten wir vergessen, eine waschechte Prinzessin auf unsere Rettungsmission mitzunehmen. Schließlich kletterte einer unserer Techniker auf den Grund des Brunnens, wo er tatsächlich ein weiteres Koordinatenpaar vervollständigen konnte.

    Wir verließen die Anlage wieder, nachdem wir uns versichert hatten, dass auch diese Koordinaten zu einem Ziel hier im System gehörten.

    Nur ein kleines Stück nördlich die Küste entlang fanden wir einen kompletten Hafen. Hölzerne Stege, ein paar Gebäude und Schiffe, die an den Kaianlagen vertäut lagen.

    Vor einem aufkommenden Sturm brachten wir uns in den Bauwerken in Sicherheit und holten unser Raumschiff nach. Das größte Gebäude war durch eine unübersehbare Leuchtschrift als 'Lager' gekennzeichnet. Sein Inneres enthielt eine Reihe von Artikeln, die sorgfältig sortiert und nummeriert waren. Eines der mittlerweile bekannten Sechseckhäuser beinhaltete die technische Zentrale des Hafens.

    Jedes der drei im Hafen liegenden Schiffe trug unterschiedliche Ladung an Bord und Bauart sowie Segel wichen jeweils ein wenig voneinander ab.

    Anhaltspunkte für unsere Suche ergaben sich aus einem detaillierten Vergleich der Schiffsladungen mit den Beständen des Lagers an Land.

    Ein viertes Schiff, dessen Existenz sich aus den Unterlagen ergab, lag jedoch nicht an Ort und Stelle vor Anker. Erst nach einer aufwendigen Suche aus der Luft wurden wir jenseits des Meeresarms in der Nähe des ausgebauten Observatoriums fündig.

    Zufrieden mit unseren jüngsten Ergebnissen beendeten wir die Suche für heute und kehrten in unser Lager im Inland zurück.

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 38]
    Auf einem Bergsattel lag auf halber Höhe eine kleine, niedliche Ansiedlung, die -ihrer Abgeschiedenheit zum Trotz- völlig einem künftigen Souvenir-Tourismus zu dienen schien.

    Sie bestand aus einer kleinen Straßenzeile, deren winzige Läden meist nur aus einem Raum bestanden und unmittelbar aneinander grenzten. Daneben gab es eine Reihe von in die Wand eingelassener Terminals mit Zugang zum galaktischen Markt, die alle gängigen galaktischen Währungen und Kreditkarten annahmen.

    Die Siedlung folgte einer L-Form, deren längerer Abschnitt um eine Verkaufsstelle für moderne Rücksäcke, Taschen und Slots herum angeordnet war.

    Das Ensemble wurde überragt von einem kleinen hölzernen Turm. Unsere Crew war besonders angetan von der kleinen Imbissbude mit ein paar Sitzgelegenheiten, auch wenn sie den Grill selbst in Betrieb nehmen mussten.

    In einem der hinteren mit '00' gekennzeichneten Gebäude fanden sich zu unserem nicht geringen Erstaunen sogar einfache hygienische Einrichtungen. Während die Toilette etwas primitiv wirkte, fand die Dusche zahlreiche Fans unter der Besatzung. Frischwasser ist bei längeren Raumreisen schließlich meist ein Problem, weswegen auf Raumschiffen eher Schallduschen die Regel sind. - Einige fast handzahme Tiere hatten sich in der Umgebung niedergelassen und bettelten um Nahrung. Die Sonne war schon untergegangen, als wir uns dazu entschlossen, die idyllische Siedlung endlich zu verlassen.

    Auf dem Rückweg zu unserem Lager hatten wir einige merkwürdige schwebende Objekte ausgemacht, die wir glaich am nächsten Morgen näher untersuchen wollten. Obwohl sie aus der Entfernung eher an fliegende Quallen erinnerten, konnten wir aus der Nähe erkennen, dass es sich um die GTV-Version von Heißluftballonen handelte.

    An der Küste fand sich ein kleiner, aber gut ausgestatteter Startplatz. Warum sich die verschollene Expedition dazu entschlossen hatte, derart primitive Fluggeräte zu bauen -auch die Segelschiffe vom Vortag waren ja ein ähnlicher Anachronismus- konnten wir uns nicht erklären. Immerhin schienen sie mit Heißluftaggregaten und Beleuchtung voll funktionsfähig zu sein.

    Diejenigen Ballone, die in größerer Höhe schwebten,konnten wir mit unseren Jetpacks nicht erreichen. So blieb uns nichts anderes übrig, als mit dem Schiff auf ihnen zur Landung anzusetzen. Immerhin erbrachte die nicht ganz ungefährliche Unternehmung einige Hinweise, die eine Verbindung zu einer überdachten Fundstelle im Hinterland mit seltenen Materialien herstellte. Beleuchtete Markieren wiesen uns den Weg dorthin.

    Erst nach einigen Stunden erreichten wir wieder den Startplatz. Insgesamt lag ein erfolgreicher Tag hinter uns. Nur noch einige wenige Informationen fehlten uns noch.

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 39]
    Beim systematischen Abfliegen der Küstenlinien hatten unsere Aufklärungsexperten unmittelbar neben einer Satelliten-Kontrollstation ein großes hallenartiges Gebäude ausgemacht.

    Der mehrstöckige Bau verjüngte sich nach oben und seine ganze Fassade bestand im Wesentlichen aus Spezialglas.

    Die zentrale Halle des 'Glaspalastes' wurde von einem riesigen, verästelten Kronleuchter dominiert, der über einem atlasfömigen Oktaeder hing.

    Der Zentralraum war von Wandelgängen und Treppen gesäumt, die mit Artefakten verziert waren. Durch die durchgehenden Fensterflächen verschwammen die Unterschiede zwischen Innen und Außen und ließen das Gebäude -trotz seiner Größe- luftig und lichtdurchflutet erscheinen.

    Wir waren -wie so oft- die einzigen Besucher. Das völlige Fehlen von Menschen unterstrich noch die Größe des pompösen Bauwerks.

    Nur einige wenige Tiere trieben sich auf dem Gelände und zwischen den Maschinen der Umgebung herum.

    Das Gebäude wurde durch ein System komplizierter Leitungen mit Wasser versorgt, dem wir auf der Suche nach dem Ursprung des Leitungsnetzes durch etliche Höhlensysteme folgten.

    Die Leitung endete in einem fensterlosen Pumpwerk, das das Wasser aus der Tiefe hob und durch die Leitungen pumpte. Uns war gar nicht klar gewesen, einen wie langen Weg wir in den unterirdischen Kavernen zurückgelegt hatten, bis wir von der Pumpzentrale aus in der Ferne den Glaspalast sehen konnten.

    Statt wie auf dem Hinweg durch die Höhlen zu kriechen, zogen wir es vor, an der Oberfläche zur Küste zurückzukehren, allerdings ohne einen wirklichen Grund für diese aufwendige Wasserversorgung oder den erhöhten Wasserbedarf der Anlage finden zu können.

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    Bordbuch [Captain A. Lien - Tag 40]

    Die uns von GTV übermittelte Karte wies nur noch einen einzigen Fleck aus, den wir mittlerweile noch nicht aufgesucht hatten. Er schien sich direkt auf der Hochfläche einer der höchsten Erhebungen der Umgebung zu befinden. Als wir sie erreichten, bot sich uns neben einer fantastischen Aussicht einmal mehr ein ungewöhnliches Bild.

    Eine Wolke gläserner Würfel, die um alle Raumachsen gedreht waren, schwebte frei in der Luft.

    Die Würfel enthielten Zahlencodes und unterschiedliche Gegenstände, deren Kombination einen der letzten fehlenden Anhaltspunkte lieferte.

    In der Nähe befand sich ein Wegweiser in der Gestalt eines stilisierten, mit leuchtenden Antennen bestückten Aliens - unmittelbar neben einer Höhle, die tief in die Erde zu führen schien.

    Uns blieb aber auch nichts erspart. Eines unserer Crewmitglieder musste in den breiten, aber extrem niedrigen Spalt hineinklettern, der fast senkrecht in die Tiefe führte. Schon bald ging es nur noch rutschend abwärts für die Freiwilligen. Schließlich erweiterte sich der Spalt zu einem geräumigen Gang, der jedoch vor einer Wand endete. Teilweise verschüttete Lampen zeigten, wo er früher einmal weitergeführt hatte. Mit dem Multitool legten unsere Leute den eingestürzten Gang wieder soweit frei, dass sie den Leuchten einigermaßen folgen konnten. Nach einer schier endlosen Zeitspanne erreichten wir eine Kammer, in der wir immerhin einen letzten Hinweis fanden.

    Da es völlig unmöglich war, den gleichen Weg zurück zu nehmen, auf dem wir gekommen waren, bohrten wir uns kurzentschlossen durch die Flanke des Berges, bis wir endlich wieder das Tageslicht erblickten. Der steile Rückweg bis auf die Kuppe des Berges dauerte deutlich länger als der Hinweg.

    Sofort stürzte sich unser Bergungsteam auf die Daten und bemühten sich, daraus Koordinaten abzuleiten. Eins der Koordinatenpaare schien sich auf Muleja zu beziehen, also den Planeten, auf dem wir uns gerade befanden. Sofort brachen wir zu der entsprechenden Stelle auf.

    Wir fanden mitten in der Einöde einen kleinen Tempel vor. Es handelte sich offenbar um ein Grab. Als wir den integrierten Speicherkristall abfragten, bewahrheiteten sich unsere schlimmsten Befürchtungen: Der Name Ocalva tauchte auch auf der Mannschaftsliste des verschollenen GTV-Raumschiffes auf.

    Offenbar handelte es sich um einen Techniker und Fremdweltspezialisten der gesuchten Crew. Über seine Todesursache konnten wir auf dieser eher freundlichen Welt nur spekulieren. Immerhin mussten ihn andere Mitglieder der Expedition noch überlebt haben, schließlich hatte man ihm ja noch würdig zur Ruhe gebettet.

    Trotzdem verließen wir den Ort in gedrückter Stimmung, denn nun wussten wir mit Gewissheit, dass nicht alle Verschollenen noch am Leben waren. Nach einer so langen Suche stellte sich bei unserem Team eine gewisse Frustration ein.

  • Wir bedauern es sehr, dass sich trotz der intensiven Bemühungen von Alienvision das Schicksal unseres Mitarbeiters Ocalva als beyond help, als rettungslos erwiesen hat.


    RIP