Milly und ich (3) - Die Schneebasis

  • Ich hatte diese Geschichte schon fertig - dann kam 'Origins' mit den bekannten Änderungen am Terrain. Während meine Ferienbasis (Milly und ich) sich drastisch verändert hatte und für mich nicht mehr nutzbar war (ich suche noch nach einem neuen Sommerferienort) haben sich in meinem winterlichen Urlaubsort die Änderungen in Grenzen gehalten. Dennoch hat sich einiges geändert, aber ich will die Geschichte deswegen nicht völlig neu machen.

    So erzähle ich sie Euch hier, wie sie vor 'Origins' entstand.


    Reise in die Kälte


    In einem Vy'keen-System, das unter dem Namen 'Fhalya-7' auf mich registriert war, umkreisten 4 Planeten eine gelbe Sonne. Auf einem davon lag meine Hauptbasis 'Fielde Hanis', in der ich mal wieder im Planungsraum über Sternenkarten brütete.



    Seit einiger Zeit besaß ich ja nun ein kleines Ferienhaus auf einem schönen, wirklich schönen, warmen Planeten. Das sollte mich eigentlich zufrieden stimmen, ich war es auch. Dennoch verspürte ich, beinahe Yin-und-Yang-mäßig, den Wunsch nach einem Gegenpol, einer Basis für den quasi Winterurlaub.

    Schnell verwarf ich den Gedanken, ein neues System mit einem geeigneten Planeten zu finden. In der Vergangenheit hatte ich schon viele kalte Kugeln, Planeten und Monde, besucht, ohne mich aber näher mit ihnen zu befassen. Lediglich grundsätzliche Daten über Biom und 'Wächter'-Präsenz waren von Milly gespeichert worden. Daher durchsuchte ich die entsprechende Datenbank nach kalten Fundstücken, deren Biome nicht ZU extrem waren und auf denen die Drohnen selten oder auch gar nicht in Erscheinung traten.

    Wie sich herausstellte, waren solche Schneekugeln gar nicht so häufig in meiner Entdeckerliste. Gerade mal 29 Planeten und 1 Mond erfüllten die Kriterien, um als Winterquartier in Frage zu kommen. Wenn man bedenkt, dass ich die nun alle abklappern musste, dann waren auch 30 Ziele eine Menge. Über den Basis-Terminus konnte ich ja immer nur die Raumstationen der Systeme anwählen, denn auf den betroffenen Welten hatte ich keine Teleporter in Betrieb. Innerhalb der Systeme musste ich also ganz klassisch mit Milly per Impulsantrieb reisen.


    Milly und ich waren kreuz und quer durch diesen Sektor des Raumes unterwegs gewesen. Das Glück war auf meiner Seite, denn bereits der fünfte Flug führte zum Erfolg bei meiner Suche.


           


    'Wisbec Omega' war einer von drei Planeten eines Systems einer gelben Sonne im Territorium der Vy'keen. Eine große verschneite Welt, ein sogenannter 'Ringplanet', von bewaldeten Gebirgen dominiert.



    Weiße, mächtige Berge mit flachem Plateau ragten aus der gebirgigen Landschaft in kalte Höhen. Dazwischen tiefe Senken und verborgene Täler. Die Berghänge waren bis in die Täler mit aufgelockerten Wäldern bedeckt. Einige Bäume waren kahl und vermutlich im Permafrost abgestorben. Wie Gerippe standen sie in den schneebedeckten Mischwäldern.



    In einem der versteckten Täler fand ich den Eingang zu einem ausgedehnten Höhlensystem.

    Perfekt! Hier wollte ich meine 'Schneebasis' errichten, mit Zugang zu meinem privaten Eiskeller :-).

  • Basis 'Arhun'


    Schnell waren die erforderlichen Formalitäten, eintragen der Eigentumsrechte am Wunschgelände über den Basis-Computer, bei der zuständigen planetaren Vy'keen-Behörde erledigt und ich konnte mit dem Bau meines Stützpunktes in der weißen Pracht beginnen.

    Ich neige ja dazu, meine Basen weitestgehend mit der natürlichen Umgebung verschmelzen zu lassen. Auch hier war mein Plan, den sichtbaren Teil der Station möglichst klein zu halten, gut gelungen und ich war mit meinem architektonischen Entwurf recht zufrieden. Lediglich ein Gebäude war danach zu sehen. Von dort aus sollte auch der Einstieg in's Höhlensystem erfolgen. Alle anderen Räume plante ich verborgen in Eis und Fels.


    Naturgemäß hielt ich mich in dieser Phase oft und lange im Freien auf. Die Schutzmodule meines Anzugs hatten eine Menge zu tun und ständig fütterte ich sie mit Dioxit, damit die Eiseskälte außerhalb kompensiert werden konnte. Aber ich musste mir über den hohen Verbrauch keine Sorgen machen, denn ich hatte auf einem anderen kalten Planeten eine Bergbaueinheit mit Raffinerie in Betrieb, die mich mit dieser wertvollen Ressource belieferte.


    Über den Replikator des Schiffes versorgte Milly mich, auf der Grundlage meiner Blaupausen, mit allen nötigen Elementen für den Bau der Gebäudeteile und der Einrichtung. Die manchmal tonnenschweren Teile wurden von MechBots und mit Hilfe von kleinen Antigravitationsmodulen bewegt und zusammengebaut.

    Relativ schnell nahm die Basis-Station auf diese Weise Gestalt an. Dabei empfand ich eines als sehr entspannend: Die 'Wächter' ließen mich in Ruhe. Kein 'Sentinel' weit und breit! Darüber hinaus zeigte sich auch die Wetterlage als sehr stabil. Kein Blizzard oder sonstiger Sturm, der mich zur Unterbrechung meiner Bauarbeiten zwang.

    Dennoch gönnte ich mir auch hin und wieder eine Pause zwischendurch, in der ich dann häufig über das weiß glitzernde Gelände schaute.

    „Hier wäre ein tolles Gelände zum Skifahren“

    „Skifahren,“, antwortete Milly, „was ist das?“

    „Das ist auf Terra so ein Freizeitvergnügen in Schneegebieten. Kommt gleich hinter Schlittenfahren und Schneeballschlacht“, grinste ich.

    „'Schneeballschlacht' hört sich kriegerisch an“.

    „Nein, das ist ganz harmlos und macht Spaß“, versuchte ich es der KI zu erklären. „Da bewirft man sich mit zu kleinen Bällen geformtem Schnee und versucht dabei selbst nicht getroffen zu werden.“

    „Also ist das nur ein Spiel“, stellte Milly fest und fügte das Erfahrene ihrem Datenspeicher hinzu.

    „Stimmt“, bestätigte ich. „Ein harmloses Vergnügen und sehr beliebt meistens bei Kindern.“


    Einige Tage später war die Arbeit getan.



    Auch der Eingang zur Station lag etwas versteckt, war aber dennoch einfach vom Landefeld aus zu erreichen.



    Im Hauptgebäude, einzig äußerlich sichtbarer Teil der Anlage, standen lediglich der Basis-Terminus und ein Speichermodul. Ansonsten befand sich hinter einer Tür die Rampe, die einen bequemen Einstieg in das Höhlensystem ermöglichte.



    In den anderen, verborgenen Bereichen der Station gab es einen Analyse- und Technikraum,


        


    den Schlafraum,


    eine Küche und den Wohnraum.


    Ich war zufrieden mit unserer Arbeit und dem ersten Abschnitt der Aktion 'Schneebasis'.

    Am Ende hatten Milly und ich noch einen Flug auf die andere Seite des Planeten unternommen. Mit Hilfe der Navigationskarten in meinem Gepäck war es uns gelungen, einen uralten außerirdischen Monolithen zu finden, bei dem wir die Koordinaten des Portals erhielten.



    Die Koordinaten der Schneebasis: +76.00, -99.31


    Jetzt, wo wir auch das erledigt hatten, konnten wir uns ganz auf unseren 'Eiskeller' konzentrieren.

  • Gut, dass sich wenigstens Milly im Wohnbereich ab und zu ihres Raumanzugs entledigt. Du selbst scheinst ja panische Angst vor Keimen oder Allergenen zu haben? Oder sparst du in deinem 'Eiskeller' an der Heizung? ^^

  • Guten Morgen Berenth,


    diese Geschichten gefallen mir gut und ich hoffe, du erzählst weiter aus eurem Raumfahrerleben.

    Wie hast du das gemacht, eine Milly in das Game zu bringen? Kann man das auch mit anderen Wesen?

  • Alien


    Ehrlich gesagt, es wird manchmal ganz schön stickig unterm Helm und so richtig bequem zum chillen ist der Anzug ja auch nicht ;).


    Btw... du bringst mich auf eine gute Idee :thumbup:.

    Ich könnte HG mal einen Vorschlag für eine neue Möglichkeit schreiben. Es sollte doch relativ einfach machbar sein, dass ein Spieler sich zusätzlich eine zweite Avatar-Variante auswählt. Auf der Grundlage des Hauptavatars, nur ohne Raumanzug. Quasi einen leichten Indoor-Dress. Immer wenn man dann eine innere Zone durch die Luftschleuse verlässt oder betritt, würde automatisch der Avatar gewechselt (ähnlich der Taschenlampenfunktion, die automatisch im dunkleren Bereich das Licht aktiviert).

    Einmal editiert, zuletzt von Berenth ()

  • Wie hast du das gemacht, eine Milly in das Game zu bringen? Kann man das auch mit anderen Wesen?

    Moin Weiland800,


    erstmal danke, dass Dir meine Geschichten gefallen.

    Milly (und andere Elemente, z. B. den Korvax aus 'Projekt Avatar' oder diverse Bildschirminhalte) habe ich mit einem Grafikprogramm in die verschiedenen screenshots eingefügt. Dazu musste ich diese Elemente vorher 'freistellen' und mit transparentem Hintergrund speichern. Danach konnte ich sie, als neue Bildebene, in den screenshots platzieren. So kann man das mit beliebigen Elementen, also auch anderen Wesen, machen.

    Der Nachteil ist, dass man auf diese Art quasi den Original-screenshot verfremdet. Behutsamkeit ist also gefragt, damit nicht der Gesamteindruck des Spiels verloren geht.

  • Muss schon sagen: sehr gekonnt.

    Erst jetzt fällt mir auf, dass im Innenraum, im Gegensatz zum Außenraum, offenbar kein Schattenwurf existiert, was diese Aufgabe einfacher macht. Muss im Spiel mal drauf achten.

  • Äh, muss sich da meine wunderschöne Dickkopfmiezekatze etwa auch normalerweise unter einem Helm verbergen?? Dann leih dir doch lieber einen 'Kopf' beim nächsten Aussehensmodifikator. 😁

  • Äh, muss sich da meine wunderschöne Dickkopfmiezekatze etwa auch normalerweise unter einem Helm verbergen??

    Ne, ich hab in der Idee ja geschrieben, dass der Indoor-Avatar auf der Grundlage des Hauptavatar gestaltet werden soll. Wer also schon bei seinem Hauptavatar keinen Helm trägt hat den Unterschied Indoor/Outdoor mit dem Helm nicht und würde dann zukünftig auch keinen Helm tragen. In diesen Fällen würde sich der Unterschied nur im Raumanzug bemerkbar machen. Indoor hättest du dann einen leichten Dress und Outdoor dann den Raumanzug.

  • Die Höhle


    Wie sagte mal ein weiser Mann: „Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.“

    Ich glaube nicht, dass er dabei an die Erkundung eines Höhlensystems gedacht hatte, aber auch diese Erkundungstour war doch in gewisser Weise eine Reise.

    Ich war also über den Zugang von meiner Station aus in den Untergrund gegangen. Schon hier wurde ich empfangen von einem seltsamen Licht, einem farbenfrohen Leuchten lumineszierender Pflanzen.




    Für Milly war diese Möglichkeit der Analyse vor Ort ebenfalls ganz neu.



    Stundenlang durchforsteten und kartografierten wir die Höhle. Tierisches Leben begegnete uns dabei leider nicht. Vielleicht gab es hier ja gar keine Höhlenbewohner oder sie hielten sich vor uns Eindringlingen verborgen. Dagegen stießen wir aber auf ein paar gefährliche pflanzliche Exemplare, die bei unserer Annäherung eine Art giftigen Nebel ausstießen. Ich entfernte diese beulenförmigen Giftpflanzen mit dem Minenlaser, damit ich die Höhle ungefährdet weiter untersuchen konnte.

    Zwischen der leuchtenden Flora wuchsen verschiedene Mineralienablagerungen kegelförmig aus dem Boden. An der Decke hingen dagegen säulenartige Formen, ähnlich Stalaktiten. Allerdings war der Vergleich nicht ganz treffend, denn hier tropfte ja nichts.



    Auch wenn wir auf keine Vertreter der heimischen Fauna stießen, die Schönheit der unterirdischen Flora war beeindruckend.



    Durch die Chemilumineszenz hatten wir ausreichend Licht, sodass wir bequem bis an das Ende der weitläufigen Höhle vordringen konnten. Zum Schluss wurde das Fortkommen zwar durch die immer niedrigere Deckenhöhe erschwert, aber ich vergrößerte die Durchgänge mit dem Terrain-Manipulator und so kamen wir voran, bis wir schließlich vor einer massiven Felswand standen. Wir waren wohl am Ende unserer Expedition angekommen.


    Auf dem Rückweg waren wir immer wieder fasziniert von dieser leuchtenden Höhlenwelt. Wir ließen uns Zeit und sammelten Proben von den verschiedenen Mineralien und der vorhandenen Flora. Wir würden das Alles in Ruhe in der Station analysieren können.


  • 'Wisbec Omega'


    Wir hatten einige Zeit mit der Erforschung unseren 'Eiskellers' und der Analyse der Mitbringsel daraus verbracht. Nun wollte ich noch ein wenig mehr von 'Wisbec Omega' kennen lernen.

    An einem Morgen starteten Milly und ich also zu einer planetaren Erkundungstour.



    Mit einem Fauchen der Startdüsen hob der Milan vom Landefeld in unserem Schneetal ab, um sich auf Berggipfelhöhe empor zu schrauben. Ich gab ein wenig Schub und der Jäger glitt mit mittlerer Reisegeschwindigkeit über die nahezu unberührte Landschaft unter uns.

    Intelligente Ureinwohner schien es aktuell nicht zu geben. Nur hier und da waren Stationen, kleine Siedlungen oder Handelsposten der Vy'keen über dem Planeten verstreut. Allerdings muss es schon früher eine, vielleicht eingeborene, Kultur gegeben haben, von der jedoch nur noch einige uralte Ruinen zeugten.


       


       


    Es waren auch einige ebenfalls sehr alte Monolithen zu finden, von denen mir nicht klar war, ob ihre Erbauer nicht eher außerplanetarischen Ursprungs waren. Allesamt waren es offensichtlich Kult- oder Opferststätten gewesen. An diesen Orten konnte man auch mit Glück einen Hinweis auf den Ort des Portals bekommen, das einem den Zugang zu anderen Welten ermöglichte und das ganz sicher nicht von dieser Welt war.



    Diesen Weg hatte auch ich beschritten, um zum Portal und seine Adresse zu kommen. Denn das war die Schwierigkeit. Jeder Planet, der über dieses Portalsystem zu einem Netzwerk zusammengeschlossen war, verfügte über eine eindeutige und einmalige Adresse. Wollte man also das Portal benutzen, um zu einem anderen Planeten zu reisen, musste man dessen Adresse kennen und sie in einem Eingabegerät anwählen.



    Diese Adresse setzte sich aus Glyphen zusammen, die einem allerdings schon bekannt sein mussten. Die Freigabe der Glyphensymbole auf dem Eingabegerät erforderte außerdem noch den Einsatz verschiedener Ressourcen. Die Erbauer der Portale hatten es den Reisenden also nicht sehr leicht gemacht.


    Während unserer Exploration scannten Milly und ich alles tierische und pflanzliche Leben sowie Minerale, die wir entdecken konnten und trugen die Ergebnisse in der Wissensdatenbank über 'Wisbec Omega' zusammen. So erhielten wir ein recht umfassendes Bild, quasi eine Art Steckbrief, dieses Planeten, der ja nun auch unser Winterurlaubsziel sein sollte.

    Zurück in 'Arhun' ging ich noch einmal in Ruhe alle Erkenntnisse, die wir gewonnen hatten, durch. Eine letzte Nacht würde ich in dieser Station noch verbringen, dann sollte es zurück zu meiner Hauptbasis 'Fielde Hanis' gehen. Dort musste ich mich auch mal wieder um die landwirtschaftlichen Anlagen kümmern. Zwar waren die Bio-Kuppeln voll automatisiert, aber ein kontrollierender Blick ab und zu schadete ja nicht.

    Außerdem gab es in 'Fielde Hanis' einen ausgedehnten Privatstrand und ich spürte ein großes Verlangen nach ein wenig Badespaß in warmem Wasser.


    Tags darauf waren wir bereit für den Heimflug. Vorher hatte ich Milly aber noch ein weiteres Beispiel für terranisches Wintervergnügen gebaut :).