Persönliche Aufzeichnungen von Sigma

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  • Dies ist eine Fortsetzung meiner letzten Geschichte Sigmas Abenteuer: Das Spiel geht weiter..., allerdings diesmal im Tagebuch-Format aus Sigmas Sicht.


    Eintrag 1 – Ein langes Jahr


    Es ist jetzt über ein Jahr her, seit...ich mag es gar nicht aussprechen. Nicht aussprechen, nicht schreiben, nicht lesen. Ich will es einfach vergessen, aber die Erinnerungen sind immer noch sehr präsent. Wir haben die wohl dunkelste Stunde in dieser Galaxie überstanden, aber zu einem sehr hohen Preis. Wir hatten viele Verluste zu beklagen.


    Ich hatte mich stark zurückgezogen, wollte einfach nur vergessen. Was mir offensichtlich nicht gelungen ist. Dabei fühlte es sich tatsächlich an, als hätte ich etwas sehr wichtiges und wesentliches vergessen. Nur nicht das, was ich unbedingt vergessen wollte.


    Der Wiederaufbau ist immer noch in vollem Gange. Dabei geht es aber mitnichten nur darum, Zerstörtes wiederherzustellen. Es geht auch darum, Neues zu erschaffen. Zivile Siedlungen zum Beispiel. Dort wird zwar auch gearbeitet, aber es geht vor allem ums Wohnen. Um die Schaffung einer familiären Atmosphäre. Denn das ist es, was wir alle immer noch brauchen: Eine Familie. Rückhalt. Füreinander da sein. Mehrere Schultern, um die Last der Erinnerungen zu tragen. Man sieht es den Personen in ihren Gesichtern an, wie wichtig das für sie ist. Wie sehr sie sich nach einem dauerhaften Frieden sehnen.


    Keiner macht sich hier was vor. Es gibt immer noch Piraten, Probleme mit Wächtern und nicht immer freundlich gesinnten Kreaturen. Aber nichts von alledem ist vergleichbar mit dem, was wir damals durchzustehen hatten. Aber dennoch, gefährlich bleibt es in Teilen dieser Galaxie nach wie vor.


    Und deshalb geht es auch um Lehren für die Zukunft. Im All treiben eine Vielzahl verlassener Frachter herum. Sie konnten den Angriffen nicht standhalten, es gab Hüllenbrüche. Deswegen wurden neue Baustandards für Frachter erlassen – nicht nur für die Aussenhüllen, sondern auch für die Innenbereiche. Diese sollen stabiler sein, damit ein Bruch der Aussenhülle nicht mehr so schnell wie bisher auch ins Innere vordringen kann. Es wird dauern, bis wir diese neuen Vorschriften vollumfänglich auf unserem Frachter umgesetzt haben, zumal die entsprechenden Baulizenzen aktuell schwer zu bekommen sind. Aber glücklicherweise gibt es auch eine vernünftige Übergangszeit für die Umsetzung. Auch die Crewmitglieder der Fregatten arbeiten mit und so sind einige der einfacheren Vorgaben bereits umgesetzt. Ich bin zuversichtlich, dass wir es in der vorgegebenen Zeit schaffen werden.


    Vorher:


    Nachher:


    Eine weitere Lehre ist, Alleingänge zu vermeiden. Ein ausgebildeter Pilot kann es durchaus alleine mit einem ganzen Geschwader an normalen Piraten aufnehmen. Trotzdem soll dies in Zukunft vermieden werden. Kämpfe, sofern sie absolut nicht vermeidbar sind, sollen nur noch mit Unterstützung ausgetragen werden. Das gilt auch für mich.


    Aber eigentlich wäre es das Beste, wenn es gar keine Kämpfe mehr geben würde. Ich habe sie satt. Und ich weiß: Viele andere auch...

  • Eintrag 2 – Ein neues Frachterkonzept


    Ich habe schon eine Weile zwei meiner Spezialisten auf dem Frachter stationiert: Meinen Wissenschaftler und meinen Waffenexperten. Nun sind aber auch die anderen an mich herangetreten, die bisher in verschiedenen Basen in unterschiedlichen Systemen stationiert waren: Immer nur auf demselben Planeten herumzugammeln, wäre langweilig – ausserdem ist es ihrer Arbeit abträglich, da sie so die Vielfalt des Universums und damit auch mögliche neue Erkenntnisse verpassen. Und mit den neuen Frachter-Baustandards würden sie sich zukünftig auf einem Frachter auch viel sicherer fühlen. Also baten sie mich geschlossen um eine Versetzung auf eben diesen Frachter. Dem habe ich sofort zugestimmt. Ihre Argumente waren nachvollziehbar, zudem ist es auch für mich von Vorteil, wenn ich meine Experten immer in der Nähe habe.


    In dem Zuge habe ich mir gedacht, dass wir vielleicht nicht einfach nur den bestehenden Bau auf die neuen Anforderungen anpassen sollten. Stattdessen sollten wir vielleicht den kompletten Frachter neu denken und komplett umbauen. Das bisherige Konzept war eigentlich immer eher nach dem Motto „Wir brauchen was, also bauen wir es irgendwo hin, wo es gerade passt“. Bei dem neuen Konzept soll es aber in Zukunft so sein, dass wichtige und zusammengehörige Räumlichkeiten wirklich nah beinander sind und dass Arbeit und Freizeit strikter voneinader getrennt werden, damit die Crew in ihrer Freizeit besser abschalten kann. Das neue Konzept ist wie folgt:


    DECK 1 – Hauptdeck


    1. Laderaum mit anliegenden Produktionsräumen – für schnelle Verladung und Transport der hergestellten Güter:

    - Landswirtschaftsspezialist inkl. Pflanzenräumen

    - Produktionsräume (Raffinierie, Extraktorraum)

    - Handelsraum, um die Güter ggf. direkt zu verkaufen


    2. Teleporterraum


    3. Krankenstation – in unmittelbarer Nähe zu Brücke, Hangar und Teleporter, um in jeder Situation eine schnelle medizinische Versorgung zu gewährleisten


    4. Frachterkommandoräume


    DECK 2 – Forschungsdeck


    1. Waffenforschung


    2. Exo-Fahrzeug-Forschung inkl. Rufstation


    3. Bauforschung


    4. Sonstige wissenschaftliche Forschungen inkl. Scannerraum


    DECK 3 – Freizeitdeck


    1. Quartiere, dazu mindestens ein Aussehensmodifikatorraum


    2. Bar inkl. Nahrungsraum und Aussendeck für romantische Essen nicht nur unterm Sternenhimmel, sondern quasi im Sternenhimmel – und das rund um die Uhr!


    3. Flora und Fauna (Pflanzen, Mineralien, Aquarien, Terrarien etc.)

  • Eintrag 3 – Die ersten Fregattenmodule


    Keine Ahnung, warum die Behörde für Baugenehmigungen die Lizenzen nur gegen die seltenen Fregattenmodule rausgibt. Haben sie damit etwas vor? Denken sie sich vielleicht: „Nur wer das Zeug hat, diese raren Gegenstände zu besorgen, sollte auch die Verantwortung über den Ausbau eines Frachters bekommen?“ Ich weiß es nicht, aber das ist nun mal die Situation: Sie wollen Fregattenmodule. Ein Modul pro Lizenz.


    Es gibt mehrere Wege, an diese Module zu kommen mit unterschiedlich hoher Erfolgschance. Ich schicke schon seit einer Weile meine Fregatten immer wieder auf Expeditionen – in der Hoffnung, dass sie mal ein paar Module mitbringen. Bisher ohne Erfolg. Ein anderer Weg sind die bereits erwähnten Frachter, die einsam durchs All treiben. Regelmässig begeben sich Leute auf diese Frachter, um von Ihnen noch intakte Technologien zu plündern oder alte Habseligkeiten der Crew. Und immer mal wieder gibt es auch Berichte über Fregattenmodule, die dabei gefunden wurden. Also versuchte ich mal selbst mein Glück – und siehe da: Ich habe drei Module gefunden! Mit diesen drei Modulen habe ich mir die Lizenzen für den Nahrungsraum, den Scannerraum und den Teleporterraum besorgt.


    Mir ist aber eines klar geworden: Das neue Frachterkonzept wird ein langfristiges Projekt und lässt sich nicht mal eben so schnell umsetzen. Da es eine Frist für die Umsetzung der neuen Baustandards gibt, haben wir leider nicht soviel Zeit dafür. Daher werden wir das Ganze in zwei Stufen umsetzen: Zunächst werden wir – wie ursprünglich geplant – alle Räumlichkeiten so schnell wie möglich an die neuen Standards anpassen. Und zwar an Ort und Stelle. Erst danach werden wir das neue Frachterkonzept in Angriff nehmen. Da die neuen Anforderungen zu dem Zeitpunkt schon fertig umgesetzt sind, haben wir für das neue Konzept dann soviel Zeit wie wir brauchen.

    Ich weiß, es klingt unsinnig, die Räume erst an Ort und Stelle umzubauen, nur um sie später dort wieder abzureissen und woanders neu aufzubauen. Aber zur Einhaltung der Frist haben wir wohl keine andere Wahl. Glücklicherweise geht die Dematerialisierung und Rematerialisierung von Objekten sehr schnell und zuverlässig, so dass es kein großes Hindernis darstellen wird.


    Entsprechend dieser Vorgehensweise habe wir mit den neuen Lizenzen nun folgende Umbauten vollzogen:


    Vorher:


    Nachher:

  • Da es eine Frist für die Umsetzung der neuen Baustandards gibt, haben wir leider nicht soviel Zeit dafür.

    Hi OodSigma ,

    Frist?

    In Abwartung dass alle rezenten Bugs in Verbindung mit den Frachtern behoben sind, habe ich meinen zum Gewächshaus ausgebauten Frachter noch nicht angerührt und kurzerhand einen neuen Spielstand angefangen um mir mal das neue Frachterkonzept im Rohzustand anzuschauen.

    Riskiere ich eventuell den Verlust all meiner verbauten und gelagerten Ressourcen wenn ich jetzt nicht schnell genug meinen alten Spielstand weiterspiele und meinen Frachter umbaue?

    Ist solch eine Frist verbunden mit einem Datum oder den Spielstunden?

    Grüsse an alle Reisenden.

    Claude

  • Hallo Claude,


    es gibt im Spiel in Wirklichkeit keine Frist. Ich habe mir diese nur ausgedacht, um meine Geschichte quasi erzählerisch etwas "auszuschmücken". No Man's Sky bietet ja meines Erachtens viel Freiraum für die Fantasie des Spielers und ich nutze das dann in meinen Geschichten gerne, mir solche Sachen auszudenken ;)


    Du kannst also wenn du willst in Ruhe abwarten, bis die Bugs behoben sind :)

  • Eintrag 4 – Der Plan wird detailierter


    Das neue Frachterkonzept nimmt deutlichere Formen an, wenn auch momentan nur in der Theorie. Die Baubehörde hat neue Lizenzen für Frachtertreppen in Aussicht gestellt, die aber aktuell noch nicht ausgestellt werden können. Egal, bis ich die nötigen Fregattenmodule dafür zusammen habe, sind die Lizenzen bestimmt längst verfügbar. Wir könnten theoretisch auch auf andere Mittel zurückgreifen. Leitern zum Beispiel. In den meisten Großschiffen sind Leitern aber eher für die Wartungstunnel in Verwendung und weniger für herkömmliche Korridore. Das will sich ja keiner ständig antun. Und wir haben nicht einmal Wartungstunnel, also können wir auch besser komplett auf Leitern verzichten. Eine andere Alternative wären Kurzstreckenteleporter. Die wären natürlich auch grundsätzlich schneller, aber sind immer nur von einer Person gleichzeitig zu benutzen. Und ich will nicht wissen, was passiert, wenn einer gerade von unten den Teleporter benutzt und ein anderer von oben – ich habe schon von den bizarrsten Transporterunfällen gehört. Darauf können wir gerne verzichten. Also warten wir lieber auf die Treppen.


    Ich habe mir auch Gedanken zur weiteren Vorgehensweise des Umbaus gemacht und das bisherige Konzept in dem Sinne etwas detailierter ausgeführt:


    Vorbereitungen

    • Alle nicht dringend benötigten Räume entfernen
    • Alle übrigen Räume auf die neuen Baustandards umbauen - an der Stelle wo sie sind

    Neubau Deck 1 - Hauptdeck

    • MITTIG: Treppenhaus
    • HINTEN: Laderaum für anliegende Produktionsräume zur schnellen Verladung und schnellem Transport hergestellter Güter
    • HINTEN: An Laderaum liegender Landwirtschaftsspezialist inkl. Pflanzenräumen
    • HINTEN: An Laderaum liegende Raffinerie
    • HINTEN: An Laderaum liegender Extraktorraum
    • HINTEN: An Laderaum liegender Handelsraum, um Güter direkt zu verkaufen
    • KORRIDOR LINKS: Krankenstation - in unmittelbarer Nähe zu Brücke, Hangar und Teleporter, um in jeder Situation eine schnelle medizinische Versorgung zu gewährleisten
    • KORRIDOR LINKS: Teleporterraum
    • KORRIDOR RECHTS: Frachterkommandoräume

    Neubau Deck 2 - Forschungsdeck

    • MITTIG: Treppenhaus
    • KORRIDOR RECHTS: Waffenforschung
    • KORRIDOR RECHTS: Exo-Fahrzeug-Forschung inkl. Rufstation
    • KORRIDOR LINKS: Bauforschung
    • KORRIDOR LINKS: sonstige wissenschaftliche Forschungen inkl. Scannerraum

    Neubau Deck 3 - Freizeitdeck

    • MITTIG: Treppenhaus
    • HINTEN: Bar inkl. Nahrungsraum und Aussendeck für romantische Essen nicht nur unterm Sternenhimmel, sondern quasi im Sternenhimmel - und das rund um die Uhr!
    • KORRIDOR LINKS: Quartiere, dazu mindestens ein Aussehensmodifikatorraum
    • KORRIDOR RECHTS: Flora und Fauna (Pflanzen, Mineralien, Aquarien, Terrarien etc.) - ebenfalls mit Aussendeck für das organische Fregatten-Kalb, damit es in der Nähe seiner Artgenossen sein kann
  • Eintrag 5 – Laderaum stabilisiert und mit der neuen Krankenstation begonnen


    Wir konnten uns zwei Lizenzen für neue Räume besorgen. Ein Raum für allgemeine industrielle Verwendung und einen Raum für allgemeine technische Verwendung. Die Industrieräume haben wir dann auch gleich benutzt, um unseren Laderaum nach den neuen Bauvorschriften zu stabilisieren. Man sieht sofort, dass es sich zum eine deutlich robustere Konstruktion handelt, die ihren Inhalt besser vor äusseren Angriffen schützen kann. Ich fühle mich damit in der Tat sicherer. Und die Crew scheinbar auch, denn sie hält sich neuerdings wirklich oft dort auf.



    Ausserdem haben wir die alte, eher provisorische Krankenstation abgerissen und mit dem Bau der neuen Station im linken Korridor begonnen. Auch den Teleporterraum haben wir schon dort platziert, damit er sich wie geplant in unmittelbarer Nähe zur Station befindet. Der Bau der Krankenstation ist allerdings noch nicht abgeschlossen, da wir aktuell Probleme mit dem Anschluss einiger Untersuchungsgeräte haben. Möglicherweise entsprechen die alten Geräte noch nicht den neuen Sicherungsvorschriften, die durch die neuen Räume jetzt erforderlich werden…


  • Eintrag 6 – Deck 2 fertiggestellt


    Wir warten weiterhin auf die neuen Anschlüsse für die medizinischen Geräte, damit wir die neuen Vorschriften einhalten können. Im Nachhinein war es wohl eher unklug, die alte Krankenstation bereits abzureissen, bevor die neue fertiggestellt werden konnte. Andererseits wurde die Krankenstation bisher glücklicherweise auch eher selten gebraucht.


    Damit wir nicht zuviel Zeit verlieren, haben wir in der Zwischenzeit mit dem Weiterbau anderer Bereiche begonnen und konnten somit die Bauten für das Forschungsdeck bereits vollständig abschliessen. Zunächst mussten wir natürlich das Treppenhaus bauen und die Gänge für die Decks 2 und 3.



    Dann bauten wir einen Raum für die Exo-Fahrzeug-Forschung und holten unseren Spezialisten dafür in den Frachter. Bisher war er auf unserer Exo-Fahrzeug-Teststrecke stationiert, aber die haben wir schon lange nicht mehr benutzt und dementsprechend war der Spezialist etwas einsam geworden:



    Nun teilt er sich den neuen Bereich des Forschungsdecks mit dem Waffen-Spezialisten. Dieser war ja bereits seit Längerem auf dem Frachter stationiert, ist jetzt aber eben auch auf das Forschungsdeck umgezogen.



    Auf der anderen Seite des Decks haben wir nun die Räumlichkeiten für Bau- und sonstige Forschungen eingerichtet, inklusive stellarer Kartografie, umgangssprachlich auch ganz langweilig „Scannerraum“ genannt.



    Hier haben wir ironischerweise dieselbe Situation wie bei den anderen beiden Spezialisten. Der eine – unser Wissenschaftler – ist schon eine Weile auf dem Frachter stationiert und ist nun auf das neue Forschungsdeck umgezogen. Der andere – unser Bauspezialist – war bisher auf einem Planeten stationiert und ist dort ebenfalls so langsam vereinsamt. Ich hatte ihn seit einer Weile zur Beobachtung einer noch recht jungen Siedlung beordert – allerdings unter der Bedingung, keinen direkten Kontakt zu den Bewohnern zu halten, um die Beobachtung nicht durch seine Beeinflussung zu verfälschen. Somit hatte er zwar regelmässig andere Leute gesehen, aber eben keinen Kontakt. Er ist jetzt froh, sich regelmässig mit den anderen Mitgliedern der Crew austauschen zu können – und zwar nicht nur per Kommunikator, sondern von Angesicht zu Angesicht.



    Im Nachhinein scheint es mir übrigens eine dumme Entscheidung gewesen zu sein, ausgerechnet den Bauspezialisten erst jetzt in den Frachter zu holen. Er hätte uns bei den bisherigen Umbauarbeiten sicherlich vor Ort viel besser helfen können als aus der Ferne. Naja, es gibt ja noch genug zu tun. Trotzdem muss ich unbedingt an meiner Entscheidungsfindung arbeiten. Wenn ich noch mehr Entscheidungen im Nachhinein in Frage stellen muss, gibt es irgendwann noch eine Meuterei.

  • Eintrag 7 – Es geht weiter voran


    Die neuen, sicheren Anschlüsse für die medizinischen Geräte sind endlich gekommen, somit konnten wir endlich den Bau der Krankenstation abschliessen. Es ist zugegebenermaßen eine eher schlicht ausgestattete Krankenstation, aber immer noch besser als die alte. Wollen wir hoffen, dass sie trotzdem nur selten benötigt wird.


    Die Krankenstation besteht aus zwei Krankenbetten mit entsprechenden Überwachungsgeräten. Zudem gibt es eine medizinische Drohne für Ganzkörperscans im Stehen. Für leicht Verletzte gibt es zudem noch die Möglichkeit, Energie für Lebenserhaltung und Schilde aufzuladen.



    Zur Feier der fertiggestellten Krankenstation haben wir die alte Bar ein letztes Mal aufgesucht. Ja, das war das letztes Mal – denn danach haben wir auch die Bar abgerissen, um die Frachterkommandoräume wie geplant in den rechten Korridor umzuziehen.




    Es war ein etwas trauriger Moment, denn wir haben diese Bar wirklich gemocht. Momentan muss die Crew also auf externe Lokalitäten in Raumstationen und planetaren Einrichtungen ausweichen. Aber dafür soll die neue Bar auf dem Freizeitdeck noch besser werden als die alte. Ich bin schon sehr gespannt darauf.


    Zu guter Letzt haben wir auch den Handelsraum – der bereits an den Laderaum anschloss – umgezogen. Jetzt ist er zentral in der Mitte des Laderaums platziert – von dort ist er schneller zu erreichen, egal an welcher Stelle im Laderaum man sich gerade befindet.


  • Eintrag 8 – Flora und Fauna auf dem Frachter


    Nicht nur unser eigenes Leben ist durch Piraten, Wächter und allerlei anderer Bedrohungen in Gefahr. Auch die Flora und Fauna auf den Planeten und sogar im All wird bedroht. Es ist uns wichtig, dieses Leben genauso zu schützen wie unseres. Daher hatten wir bei der Planung bereits vorgesehen, einen eigenen Bereich für Flora und Fauna auf dem Frachter zu bauen. Mit Freude kann ich zu Protokoll geben, dass dieses Vorhaben nach Erhalt der dafür notwendigen Baulizenzen bedeutend schneller abgeschlossen werden konnte als geplant:



    Eine kleine Abweichung zu den ursprünglichen Planungen gibt es aber. Wie sich herausstellte, hat unsere lebende Fregatte die andere Frachterseite als ihre Lieblingsseite auserkoren. Damit das Kalb trotzdem in ihrer Nähe und Sichtweite sein kann, haben wir deshalb die Korridorseiten für Flora/Fauna und die geplanten Mannschaftsquartiere miteinander getauscht.


  • Eintrag 9 – Dreimal soviele Quartiere wie zuvor…


    Zugegeben, dreimal soviele Quartiere wie zuvor klingt nach mehr als es ist. Denn im Endeffekt heisst das: Wir haben jetzt sage und schreibe drei (!) Quartiere…


    Bisher gab es nur mein Quartier, was ich schon relativ zu Beginn der Bauarbeiten abreissen ließ. Als ich dann die Pläne für das Freizeitdeck und die dortigen Quartiere machte, dachte ich daran, dass jedes Crewmitglied einschliesslich der Fregattenleute ein eigenes Quartier haben will. Als wir nun aber mit den Bauarbeiten für die Quartiere starteten, stellte sich heraus, dass die meisten weiterhin auf den Fregatten bleiben wollten. Selbst die, die auf dem Frachter arbeiten, haben sich bisher auf eine der Fregatten einquartiert und wohl so sehr eingelebt, dass sie dort auch bleiben wollten. Einige argumentierten auch, dass Ihnen so die Trennung von Arbeit und Privatleben leichter fällt – Arbeit auf dem Frachter, Privatleben auf der Fregatte. Ein ganzes Deck für Freizeit scheint da wohl bisher nicht überzeugend genug gewesen zu sein. Mal sehen, wie es aussieht, wenn das Deck fertig ist. Neue Quartiere können wir problemlos immer noch dazubauen.


    So sind es jetzt also nur drei Quartiere. Eines für mich, eines für Gäste und eines für den Waffenspezialisten. Dieser war der Einzige, der sich tatsächlich für einen Umzug entschieden hat. Er ist gleichzeitig auch mein Sicherheitschef und als dieser hat er das Selbstverständnis, dass er auf dem Hauptschiff leben sollte. Er behauptet, das schon sehr lange gefordert zu haben, daran kann ich mich aber nicht erinnern…



  • Eintrag 10 – Die glücklichsten Bauern haben die größten Pilze … oder so …


    Heute habe ich unseren Landwirtschaftsspezialisten von seiner alten Farm auf Majoriu XI abgeholt, damit er endlich auf dem Frachter anheuern kann. Er hatte sich sehr über meinen Besuch gefreut.



    Die Farm war nur sehr klein und bestand aus einer einzelnen Biokuppel mit ein paar Pflanzen und einem Glasanbau für den Landwirt. Es war nicht viel, aber der kleine Gek hat sich sehr liebevoll darum gekümmert.



    Auf dem Frachter sollte er ebenfalls einen kleinen Bereich in unmittelbarer Nähe zu Laderaum und Handelsraum bekommen, damit er die angebauten Pflanzen direkt verkaufen oder für weiter entfernten Handel abtransportieren konnte. Das war der ursprünglichen Plan – zwischenzeitlich kam mir aber eine neue Idee, die ich dem Landwirt bei meinem Besuch unterbreitete.


    Statt seine Pflanzen zu verkaufen, wäre es doch viel besser, sie für den Eigengebrauch zu behalten – als Zutaten für köstliche Delikatessen in unserer neuen Bar. Und weil es Niemanden gibt, der sich mit diesen Zutaten besser auskennt als der Landwirt, sollte er der Koch und Barkeeper werden. Als ich ihm davon erzählte, war er total aus dem Häuschen. Er konnte es kaum erwarten anzufangen, als hätte er jetzt seine wahre Bestimmung entdeckt. Aber die Bar war ja noch nicht mal aufgebaut. Das war allerdings gar kein Problem – denn mit der Hilfe und den zusätzlichen Ideen des Landwirts haben wir das ziemlich zügig geschafft.


    Somit ist die neue Bar nun also tatäschlich fertig und komplettiert damit das neue Freizeitdeck. Und ich muss sagen – diese Bar übertrifft die alte wirklich um Lichtjahre. Es war wirklich eine gute Idee, dem Landwirt den Job anzubieten und seine Ideen mit einfliessen zu lassen.


  • Eintrag 11 – Es ist vollbracht!


    Auch die Umbauarbeiten am Laderaum sind jetzt abgeschlossen. Neben Raffinerie und Extraktorraum haben wir auch 10 Lagerräume eingebaut. Damit lassen sich Rohstoffe und Gegenstände dematerialisieren und kompakt in einem Musterpuffer speichern, aus dem wir sie bei Bedarf wieder jederzeit in Sekundenschnelle rematerialisieren können. Das ist dasselbe Prinzip, welches z.B. auch im Inventar des Exo-Anzugs eingesetzt wird.


    Den Handelsraum haben wir von der Mitte wieder an die Seite geschafft, diesmal direkt neben der linken Eingangstür. Einige hatten sich über die „sperrige“ Platzierung in der Mitte beschwert. Aber so ist das manchmal: Im Kopf erscheint eine Idee sehr gut, aber in der praktischen Umsetzung erkennt man dann, dass es nicht so recht funktionieren will. Lektion gelernt.



    Damit sind alle geplanten Umbauarbeiten abgeschlossen. So sehr ich mich auch darüber freue, ein bisschen wehmütig stimmt es mich schon. Natürlich wird es immer hier und da Optimierungsarbeiten geben und vielleicht auch mal wieder ein größeres Projekt. Aber dieses große Projekt ist jetzt durch. Das Bauen hat mir und meinen Leuten wohl noch nie soviel Spaß gemacht wie in diesem Fall. In nächster Zeit kann ich mich aber erstmal wieder darauf konzentrieren, die Galaxie zu erkunden und anderen meine Hilfe anzubieten...

  • Eintrag 12 – Hitzige Diskussion auf einer Raumstation


    Ich war kürzlich in der Bar einer Raumstation und habe dort zufällig eine recht hitzig geführte Diskussion mehrerer Piloten mitbekommen. Vielleicht hätte ich doch lieber unsere eigene Bar auf dem Frachter besuchen sollen - teilweise hatte ich auf der Raumstation etwas Angst, dass die Piloten sich irgendwann an die Gurgel gehen. Aber in meiner eigenen Bar lerne ich keine neuen Leute kennen – und keine neuen Geschichten. Die Geschichten meiner eigenen Crew kenne ich ja schon, bei vielen war ich sogar selbst dabei.


    Die Diskussion auf der Raumstation machte einmal mehr deutlich, dass die Schlacht gegen die Sternenunion die Leute immer noch beschäftigt. Es gab eine Gruppe Piloten, die sich dafür aussprach, Trainingskämpfe gegeneinander auszutragen. Um für den Ernstfall fit zu bleiben. Soweit, so okay. Zwar sollte es diesbezüglich eine Ankündigung geben, aber die Trainingsbereiche sollten nur für Teilnehmer bekannt sein. Sollte dann ein Unbeteiligter versehentlich in den Trainingsbereich gelangen, sollte er ungefragt mit einbezogen werden. Das wäre ja auch für die Person ein gutes Training, man muss schliesslich auch auf den Überraschungsfall vorbereitet sein. Nicht einbezogen werden sollten nur Leute, die vorher explizit über ein entsprechendes Formular mitgeteilt hätten, dass sie keine Beteiligung an entsprechenden Übungen wünschen. Dass es dieses Formular überhaupt gibt, sollte aber nur auf Rückfrage mitgeteilt werden – sonst würde es ja fast jeder ausfüllen, so die Begründung.


    Wirklich einig werden konnten sich die beiden Seiten nicht. Bedenken wurden mit der Begründung begegnet, dass es ja nur ein Training wäre. Durch ein Energiefeld in den Trainingsbereichen würden alle Waffen derart abgeschwächt, dass sie schlimmstenfalls einen betäubenden Effekt hätten. Sich darüber aufzuregen, wäre doch übertrieben, schliesslich stirbt dann ja keiner wirklich. Aber man wird aus seiner momentanen Aktivität herausgerissen, komplett unvermittelt und ohne eine wirkliche Wahl zu haben – schliesslich hätte man dazu das Formular ausfüllen müssen, welches man nur kennt, wenn man explizit danach gefragt hat. Aber warum sollte man nach etwas fragen, von dem man gar nicht weiß, dass es überhaupt existiert? Und was dann? Du wachst in der nächsten Raumstation wieder auf, nur damit dir jemand sagt: „Achja, ihre Habseligkeiten haben wir am Ort des Geschehens liegen gelassen. Viel Spaß beim Aufsammeln!“


    Ich wollte am Liebsten meinen eigenen Senf dazu geben, habe es mir dann aber doch verkniffen. Ich wollte die Diskussion nicht auch noch unnötig anheizen, sonst hätten die wahrscheinlich noch auf mich geschossen oder so – und das nicht im gesicherten Trainingsbereich. Es erschreckt mich, wie schwer es manchmal zu sein scheint, ein bisschen Rücksichtnahme vermittelt zu bekommen. Diese sollte doch eigentlich nicht davon abhängig sein, ob man in wirklicher Lebensgefahr schwebt, denke ich.


    Ich hoffe, solche Diskussionen werden jetzt nicht zur Regel in den Bars. Ich träume davon, irgendwann als Piloten-Rentner in einer Bar seelenruhig meinen Tee zu schlürfen und den jüngeren Piloten Anekdoten aus meinem Leben zu erzählen, ihnen vielleicht auch die ein oder andere Lebensweisheit mitzugeben. Und ich rede hier nicht von Kampftipps oder so. Ich rede von dem richtigen Leben, dem Miteinander – nicht von dem Finger, der den Abzug betätigt, sondern von dem Herzen, das in der Brust schlägt. Oder manchmal auch zwei, je nach Spezies. Die wirklich wichtigen Dinge im Leben halt.

  • Eintrag 13 – Die Zeugen Omegas


    Die Diskussionen auf den Raumstationen halten an, werden immer emotionaler und immer weniger rational. „Diskussion“ ist vielleicht schon der falsche Begriff dafür. Es erscheint mehr wie eine verbale Prügelei. Argumente werden mit Absicht umgedeutet bzw. „falsch verstanden“, um das Gegenüber in ein schlechtes Licht zu rücken. Um dem Gegenüber eine Übertriebenheit in der Argumentation anzudichten. Es ist nur schwer vorstellbar, dass es sich um ein tatsächliches Missverständnis handelt, denn wir reden hier von erwachsenen Personen. Die müssten doch verstehen können, wie etwas gemeint ist, oder?


    Es geht längst nicht nur um Trainingskämpfe. Das ist mittlerweile nur noch einer von vielen Bereichen, die diskutiert werden. Es geht um eine generelle Ablehnung von Wahlmöglichkeiten. Es ist mittlerweile klar, dass Überlebende der Sternenunion sich unter die Diskutanten gemischt haben. Die „Zeugen Omegas“, benannt nach dem Präsidenten der Sternenunion. Sie fordern – ganz im Sinne ihres Vorbilds – eine Abschaffung aller Wahlmöglichkeiten und versuchen dies natürlich als positive Entwicklung aussehen zu lassen: „Wer die Wahl hat, hat die Qual. Dementsprechend quält sich auch keiner mehr, wenn man nicht mehr wählen kann“. Alle sollen zu diesem Weg missioniert werden.


    Als ich wieder – leicht verzweifelt – eine dieser Diskussionen beobachtete, fiel mir ein anderer Raumpilot auf, der die Stationsbar gerade verlassen wollte und genauso beunruhigt schien wie ich. Ich hielt ihn auf.


    „Hey!“, sagte ich zu ihm. „Du bist auch beunruhigt von diesen Diskussionen, oder?“


    Der Pilot stellte sich als Takashi vor und bestätigte meinen Eindruck.


    „Diese Galaxie schien mal ein sehr friedlicher Ort zu sein. Bisweilen auch etwas einsam. Aber das war auch ganz schön – es gibt nichts Besseres, als seine Akkus in der friedlichen Einsamkeit der Natur aufzutanken. Natürlich gab es auch immer unterschiedliche Bedrohungen, aber die meiste Zeit – an den meisten Orten – konnte man sich sehr sicher fühlen. Jetzt fühlt es sich irgendwie anders an. Dabei könnte ich gerade jetzt diese friedliche Einsamkeit gut gebrauchen.“


    Ich fragte Takashi, warum er es gerade jetzt gebrauchen könnte. Daraufhin erzählte er mir, dass er kürzlich seinen Vater verloren habe und nun versucht, mit dieser Situation klar zu kommen. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, für seinen Vater ein Denkmal zu errichten und dafür den richtigen Ort zu finden. „Das hier ist nicht der richtige Ort“, sagte er. „Die Missgunst und der ganze Hass in der Nähe würden meinem Vater nicht gerecht werden. Er hat solche Verhaltensweisen immer abgelehnt. Er war ein guter Vater, ein gutes Vorbild. Sein Denkmal sollte diese Eigenschaften widerspiegeln. Hier geht das wohl nicht – und es scheint mir, die passenden Orte dafür werden immer weniger. Da sich diese Zeugen Omegas immer weiter verbreiten.“


    Takashi hielt kurz inne. Dann fuhr er fort. „Ich verstehe die Ablehnung von Wahlmöglichkeiten nicht. Jeder konnte hier ein Leben führen, wie es für ihn am Besten passte. Gegenseitiger Respekt und Rücksichtnahme wurden groß geschrieben. Euklid ist mal berühmt dafür gewesen. Jetzt sollen Personen Dinge aufgezwungen werden, die sie nicht mögen. Welche Motivation steckt dahinter? Warum ist manchen dieser Zwang so wichtig?“


    Ich machte Takashi einen Vorschlag: „Gemeinsam und mit einigen weiteren Freunden von mir können wir die Wahlmöglichkeiten verteidigen. Dafür sorgen, dass hier auch in Zukunft Niemandem etwas aufgezwungen wird. Was sagst du?“


    Ich schaute in Takashis Augen und konnte bereits sehen, dass er ablehnen wird. Gerade als ich mich schon von ihm abwenden wollte, war er es, der diesmal mich aufhielt.


    „Mein Vater hat niemals aufgegeben. Egal wie schwer es ihm das Leben in den letzten Jahren auch gemacht hat, er hat immer weitergemacht. Er hat sich immer irgendwie durchgeschlagen. Aufgeben liegt mir nicht im Blut. Ich werde dir helfen. Aber ich muss mich erst um sein Andenken kümmern. Bitte habe Verständnis dafür, dass dies für mich oberste Priorität hat. Danach werde ich dir helfen, versprochen.“


    Ich stimmte zu und wir verabschiedeten uns. Danach begab ich mich auf meinen Frachter, um diese Aufzeichnung aufzunehmen. Es wird vermutlich die letzte Aufzeichnung dieser Art sein. Zumindest für die nächste Zeit. Während Takashi seinem Vater die letzte Ehre erweist, werde ich mich auf unsere Zusammenarbeit vorbereiten, um das zu verteidigen, was diese Galaxie so groß gemacht hat. Dazu werde ich mich von meinen bisherigen Aufgaben zurückziehen und höchstens in regelmässigem Austausch mit meinen Freunden auf der Anomalie bleiben. Zeit für Aufzeichnungen wird da keine mehr sein.


    Ich weiß noch nicht, was wir tun werden. Was wir tun können. Aber in einer Sache habe ich schonmal was mit Takashi gemeinsam: Aufgeben liegt mir nicht im Blut.